Donnerstag, 23. April 2020

Kapitel 152 - Vom Vernähen

Seit ich stricke, begegnet mir ein Thema in der Strickwelt immer wieder: das Vernähen der Fäden. Es gibt kaum einen ernstzunehmenden Strickblogger, -podcaster oder -designer, der nicht ausführlich und immer wieder davon berichtet, wie sehr er oder sie es HASST Fäden zu vernähen.
Dieses Gefühl ist so stark, dass sogar verschiedene Rubriken erfunden werden, in denen man Fäden zählt und darüber jammert, in denen man sich mit Grausen abwendet, wenn man ein Strickstück auf links dreht, kurz, in dem man sowohl in Worten wie auch in zahlreichen  Gesten kundtut, dass man sich hier einer Materie nähert, die einfach nur das Letzte vom Letzten ist.

Das führt dann soweit, dass man sich nie, nie, nie überlegen würde, seine Reste z.B. für eine hübsche Decke zu verbrauchen, weil ja vor dem Ergebnis dies hier stünde:



Tatsächlich habe ich noch nie auch nur einen gesehen, der hier einen etwas entspannteren Umgang mit dem Thema an den Tag gelegt hätte. 

Nein, das ist nicht richtig, einen gibt es schon, und zwar Debbie Stoller, die in einem ihrer Stitch'n'Bitch-Bücher sogar davon gesprochen hat, dass sie diese letzte Phase eins Strickstücks sogar besonders liebe. Etwas fertigmachen, etwas hübsch machen und damit also eigentlich zur endgültigen Bestimmung führen.

Aber die meisten, denen ich so begegne - im Moment natürlich nur online - sind sich da einig, Fäden sind das Grauenhafteste, was man sich nur vorstellen kann und überhaupt völlig abzulehnen.
Und dazu wollte ich eigentlich schon immer mal zwei Sachen sagen, die mir selbst über die Jahre (und die vielen Decken) geholfen haben.

Erstens: man muss sich mal das Verhältnis ansehen. Wie lange strickt man einem Stück und wie lange dauert es, bis alle Fäden vernäht sind? Das steht in keinem Verhältnis!

Wenn ich an einer Decke wie der obigen viele Tage häkle und einfach nur meine Fleckerl sammle, dann habe ich am Ende 35 große Vierecke mit jeweils 12 Fäden zu vernähen. Manchmal sind es auch mehr, es sind ja Restedecken und manche Reste reichen nicht für die Rundenzahl, die dafür vorgesehen ist, dann muss man anstückeln. Aber: das ist erledigt an zwei, höchstens drei Abenden. Gemütlich vorm Fernseher oder Podcast. Einfach ein Faden nach dem anderen. Das Häkelvergnügen selbst hat viele Abende länger gedauert, da sind die paar Stunden im Verhältnis nichts und vergehen bei guter Unterhaltung sowieso schnell.

Zweitens: und deswegen wundert mich das Thema eigentlich so. Da muss man auch einfach mal seine großen Hosen anziehen: put your grown-up pants on, wie die Amerikaner sagen.

Es ist doch ganz einfach - entweder ich will eine große Restedecke, einen Fairisle-Pullover, ein Intarsienkunstwerk oder eben nicht. Und wenn ich das will, dann gibt es halt auch Fäden zu vernähen und dann muss ich damit leben. Aber das eine wollen und über das andere jammern, das geht mir nicht in den Kopf.

Und mal ganz ehrlich, in der Zeit, in der ich über die Fädenvernäherei jammere, da habe ich doch schon wieder einen vernäht.

Man kann natürlich auch vorbeugen und immer wieder einen Zwischenvernähtermin einschalten, dann werden die Stapel nicht so deutlich wie bei mir:



Aber das ist natürlich auch eine Typfrage. Ich selbst bin beim Stricken oder Häkeln immer so im Flow, dass ich ungern die Nadel aus der Hand lege, um dann nur ein einziges Stück zu vernähen. Ich bin eher für die Blockabfertigung. Aber wenn man anders drauf ist, dann kann das auch helfen. Lucy von Attic24 z.B. empfiehlt dringend, bei vielfarbigen Motiven, alles gleich zu vernähen.
Zu meiner Theorie über das Zeitverhältnis verweise ich mal kurz über ein neueres Video von Arne&Carlos. Arne häkelt in Echtzeit eine Häkelblume und vernäht dann die Enden. Die Blume dauert 23 Minuten, das Vernähen ganze 3 Minuten.

Also nicht verzagen, immer das Verhältnis im Kopf haben und mutig voran - es dauert ehrlich nur einen Bruchteil der Arbeitszeit vorher. Und ganz aktuell natürlich, wann, wenn nicht jetzt ist der ideale Zeitpunkt dafür? Viel Spaß!

Sonntag, 29. Dezember 2019

Kapitel 151 - Weihnachtsupdate und Abschlussbericht

Also, die Weihnachtszeit fing wie gewöhnlich an zu galoppieren, so ab der dritten Kerze ungefähr und dann habe ich wirklich Gas gegeben.
Das Häkeltop kam mir mittlerweile vor wie die längste Granny Stripe Decke, die ich je gemacht habe. Nur Stäbchen und kein Ende. Aber wie das zum Glück immer ist: das Ende kam eben doch in Sicht. Die Anleitung wollte dann, dass die Seiten fast komplett zugenäht werden, aber das habe ich vorerst gelassen. Die Flatter-T-Shirts aus den Läden haben an der Taille rechts und links vertikale Abnäher, die für einen besseren Fall sorgen. Diese werde ich also in die kompetenten Hände meiner nähmaschinenvertrauten Mutter legen, dann kann nichts schiefgehen. Bis dahin aber bezeichne ich mein Flatter-T-Shirt als fertig gehäkelt.




Aber dann: der Männerpullover. Alle vier Teile zusammennähen, dann den Kragen stricken und abketten, alles umhäkeln und schließlich die Fäden vernähen. Das konnte natürlich nur mit einer gehörigen Dosis Vlogmas funktionieren, bei mir von Pins and Needles. Dafür habe ich den Heiligen Abend bis spät in die Nacht gebraucht, aber er wurde fertig! Hurra!




Meine Erklärung für diesen einsam verbrachten Heiligen Abend liefere ich hier schnell nach, damit es nicht zu Missverständnissen kommt.
Wir haben jahrelang an Heiligabend Bescherung gefeiert, so wie das hierzulande üblich ist. Allerdings nur so lange bis mein kleines Mädel eines Heiligabends ganz leise gesagt hat: "Mama, darf ich bitte ins Bett gehen?", weil sie sich zwischen Geschenkpapier und Aufregung kaum noch auf den Beinchen halten konnte. Nee, nee dachte ich, das kann es nicht sein. Und daher findet unser Heiligabend im Kreise der kleinen Familie statt, mit kleiner Mette, mit leckerem Essen und einem langen Brettspiel. Die Bescherung aber, die gibt es erst am nächsten Morgen in der Früh, wenn wir alle ausgeschlafen sind und gemütlich bei Kaffee und Lebkuchen um den Baum sitzen.

Mittlerweile natürlich ohne Geschenkpapier, das kann ich ja Greta Thunberg nun wirklich nicht mehr antun. Unsere Geschenke sind bei jedem in einem eigenen Kopfkissenüberzug und werden dann reihum herausgekramt. Das funktioniert bestens und macht viel Spaß.

Mein Fazit also:
Für alle meine Mitbewohner, drei an der Zahl, gab es ein Oberteil, die notwendigen Fäustlinge wurden an den Feiertagen nachgestrickt und mein kleiner Neffe hat schon Anfang Dezember zum Geburtstag eine kleine fertige Jacke bekommen. Gar nicht mal so übel, und viel besser als all die Jahre zuvor.

Mir selbst zum Geburtstag (der auch in die Weihnachtstage fällt) habe ich heuer aber die 'Twelve Cast-Ons of Christmas' geschenkt, von denen ich irgendwo in den Interwebs gelesen hatte. Was für ein Luxus und gerade richtig nach so viel altruistischem Genadel. Die nächsten Sachen stricke ich nur für mich! Soviel schon mal zum wichtigsten Neujahrsvorsatz, oder?

Sonntag, 15. Dezember 2019

Kapitel 150 - "Mein Dolomiti" oder meine Version der Granny Stripes (kein Durchgucken mehr) - my version of the non-see through granny stripe - hurrah!



For an English version of this pattern, please scroll down.

Meine Deckenleidenschaft ist ja nun kein Geheimnis mehr - im Moment sind schon wieder zwei in der Planung. Warum das so ist, kann ich gar nicht erklären. Decken sind schließlich wirklich kein Schnell-mal-zwischendurch-Projekt, wie das etwa bei Socken der Fall ist. Vielleicht weil die Herstellung etwas Meditatives hat? Oder man sich endlich mal innerhalb eines einzigen Projekts mit den Farben so richtig austoben kann? Eigentlich egal, denn der Hauptvorteil liegt klar auf der Hand: wenn später die Zombie Apokalypse kommt, dann hab' ich's wenigstens warm.

Aber ich muss doch ein wenig Deckengeschichte hier einflechten, bevor das Ganze losgeht. Einer der großen Vorteile, die das Zusammenziehen mit meinem männlichen Mitbewohner hatte, war, dass er einen alten Campingschlafsack mit in die Ehe gebracht hat, der seither in aufgeklapptem Zustand als beste Kuscheldecke der Welt fungiert. Typische 70/80er Jahre Farben (die mich offensichtlich inspiriert haben) und furchtbar mollig und warm, sodass er von mir den Kosenamen Betondecke bekommen hat. Betondecke deshalb, weil man sich unter der Decke wie unter einer Schicht Beton fühlt, d.h. sie liegt ganz schwer und warm auf einem und das bedeutet, dass nichts, aber auch gar nichts aus der äußeren Welt mir mehr etwas anhaben kann. Ein herrliches Gefühl!

Da allerdings ebendiese Decke über die Jahre und vor allem nach dem Einzug der beiden jungen Fräulein ein wenig gelitten hat und an diversen Stellen schon das kuschlige Inlet herausblinzelt, hatte ich eigentlich schon lange geplant einen Ersatz zu häkeln.

Die Vorteile liegen auf der Hand: eigene Farbauswahl und eigene Größe und nicht zuletzt: kein störender Reißverschluss mehr. Den hätte man natürlich längst heraustrennen können, aber wenn die Decke eh schon in den letzten Zügen liegt und dadurch vielleicht sogar noch mehr Schaden nimmt, dann wird man vorsichtig.

Mit hatten es schon lange die Granny Stripe-Decken angetan, die vor allem bei Lucy von attic24 zu sehen sind. Was für Möglichkeiten!

Aber nach einem Versuch mit dem Muster musste ich feststellen, dass es mir zu locker war. Von Betongefühl keine Spur. Also weitersuchen und probieren.

Und da bin ich zuletzt auf eine Möglichkeit gestoßen, festere Granny Stripes zu häkeln und zwar mit dem so genannten Tröpfchenmuster. Allerdings ist es für das richtige Granny-Stripe-Gefühl wichtig, pro Farbe jeweils vier Reihen zu häkeln, denn es werden statt Stäbchen nur feste Maschen verwendet.



Hier also die Anleitung:

Luftmaschenkette in beliebiger Länge und in einer ungeraden Zahl. Mein Beispiel: 205 M

Für die erste Reihe eine Wendeluftmasche häkeln und in jede M der Vorrunde eine feste Masche häkeln. (205M)

Nächste Reihe: 1 Wendeluftmasche und *2 fM in 1M häkeln, 1 LM, 1M überspringen, ab* bis zum Reihenende wdh, die Reihe endet mit 2 fM in die letzte M und einer LM

Nächste Reihe: Arbeit wenden, 1 LM (d.h jetzt sind 2 LM gearbeitet), *2fM um die LM der Vorreihe häkeln, 1 LM, ab * bis zum Reihenende wdh, die Reihe beenden mit 1 fM in die letzte M der Vorreihe

Danach die folgenden beiden Reihen ständig wiederholen:

1. R: 1 Wende-LM, dann x-mal: *2fM um die LM der Vorreihe häkeln, 1 LM*
2. R: 1 Wende-LM, dann x-mal *2fM um die LM der Vorreihe häkeln, 1 LM* enden mit 1 feM in die letzte M der Vorreihe

Das heißt also die erste Reihe endet mit zwei festen Maschen am Ende, dann zwei Luftmaschen zum Wenden (eine am Ende der Reihe und eine zu Beginn der nächsten Reihe), damit man in der Rückreihe diese beiden Maschen überspringen kann und die zwei nächsten festen Maschen in die folgende Luftmaschenlücke häkeln kann. So entsteht auch eine gerade Kante.






Die zweite Reihe (die Rückreihe) endet mit einer einzelnen festen Maschen ganz am Ende der Reihe. Diese einzelne Masche führt zu einer geraden Kante.






Man merke also: Reihe 1 - Ende 2; Reihe 2 - Ende 1 und dann folgen so viele LM fürs Umdrehen wie man fe M am Ende gehäkelt hat.



Wenn man unsicher ist, wohin man häkeln soll, so hilft es, die Arbeit ein wenig in die Länge zu dehnen, denn dann sieht man die Luftmaschenlücke bzw. die fe M in der Reihe darunter besser und weiß, wohin man häkeln soll. Nach einer Weile geht das wie von selbst!




Mit jeder Farbe werden vier Reihen insgesamt gehäkelt (= Reihen 1 und 2 jeweils zwei Mal). Der Farbwechsel findet am Ende einer Reihe 2 statt. Dabei wird die letzte fe M mit der alten Farbe begonnen, aber mit der neuen Farbe beendet. Dann nur noch 1 LM fürs Umdrehen.

Folgendes gilt es beim Farbwechsel zu beachten: 
Sowohl den ausgehenden als auch den neuen Faden lang genug lassen, ca. 30cm, sodass die beiden Enden gut mit eingehäkelt werden können. In der Hinrunde ca. 15cm einhäkeln, dann den Rest hängen lassen. Das sieht zunächst etwas seltsam aus, aber in der Rückrunde verschwinden auch die letzten hängenden Fäden zwischen den Lücken und alles sieht gut aus. Dann muss man nur noch die Fadenenden kurz verstecken und fertig.

So lange Streifen häkeln wie man mag. Die Decke abschließen mit einer Reihe fe M, um die Anfangssreihe zu spiegeln.

Die Zierkante wird in drei Runden und drei Farben wie folgt gearbeitet:


An einer Seite - nicht in der Ecke - beginnen.
Neue Farbe befestigen und 1LM häkeln, eine fe M in dieselbe M, dann:

Runde Farbe 1: In jede M eine fe M häkeln. In die Ecken jeweils drei fe M häkeln. Die Runde mit KM in die 1. fe M beenden.
Runde Farbe 2: Neue Farbe befestigen, dann 1 LM, *1 feM in 1. feM, 1LM, 1 feM überspringen, ab * bis zur Ecke wiederholen. In Ecke: 1 feM, 1LM, 1 feM. Wenn die Anzahl der Maschen nicht ganz ausgeht, kann man ein bisschen schummeln am Ende der Reihe. Runde beenden mit 1KM in die 1. feM.
Runde Farbe 3: Neue Farbe befestigen, dann 2LM, 1 feM überspringen, *1hStb in die übersprungene M der 1. Runde (Farbe 1), 1 LM, ab* bis zum Luftmaschenbogen in der Ecke wiederholen. In Ecke: 1 feM, 1LM, 1 feM. Danach 1LM und 1 feM überspringen, dann wieder *1hStb in die übersprungene M der 1. Runde (Farbe1), 1LM bis zum Rundenende. Runde mit 1KM in die 2. AnfangsLM schließen. Abketten. Fäden vernähen. Fertig!!! Und jetzt - viel Spaß! Fröhliche Weihnachten!


The Popsicle Blanket or my Granny Stripe version (non-see through)




[Note: I am using British crochet terms. Please look them up here].

My passion for blankets is no secret any more - atm I'm planning to make two more. Why is that I keep asking myself, because blankets are not at all a quick and in-between project as socks, for example. Maybe because making blankets is close to meditation? Or because you can really go nuts with colours within a single project? Doesn't matter, of course, because let's be honest, the main advantage is clear: come the Zombie Apocalypse I'll be superwarm.

But before we're getting down to blanket business I need to tell a little blanket story first. One of the great advantages of my roommate moving in was an old camping sleeping bag which he brought with him which has since served as the most wonderful snuggly blanket ever. It's got typical colours from the 70s and 80s (which seem to have inspired me) and is so very warm and cosy that I nick-named it concrete blanket because lying under it you feel as if you were covered by a layer of concrete which means it's super warm and the world outside cannot touch you. Ever. It's a wonderful feeling!

Well, over the years and especially after the little ladies moved in the blanket has suffered considerably and there are more than one places now where the inlet is peeking through. It's time for a replacement.

A new blanket has only got advantages: you can choose your colours, your size and finally there's no zipper anymore. Of course I could have removed that long ago but since the blanket is already on its last leg I wouldn't risk it.

For a while I'd been longing for a Granny Stripe blanket, especially the one presented by Lucy from Attic24. The endless possibilities!

But after trying out the pattern I had the feeling it was a bit too lose for me. For a real concrete blanket things had to be tighter. I had to keep looking.

Which finally led me to a possibility for tighter granny stripes - the so-called drop stitch. Well, it is called something like that in German and I could totally be making that up in English. Anyway, it's important to work four rows per colour, otherwise it's a wee bit too small because the pattern only uses double crochet.


And this is the pattern:

Chain in a length you like but make sure you've got an uneven number of stitches. In my case: 205st.

For the first row: chain 1 (to turn work) and work 1 double crochet stitch into each stitch (205st).

Next row: chain 1 (to turn work) and *2 dc into first st, ch1, skip 1 st, repeat from * until end of row, end with 2 dc into last st and ch1

Next row: turn work, ch1 (you have now made two chain stitches), *2 dc around ch from the round before, ch1, repeat from * until end of row, end row with dc into last st from row before.

Then you just need to repeat the two following rows:

Row 1: 1 ch to turn work, then x-times: *2 dc around ch from round before, ch 1*
Row 2: ch1, then x-times *2 dc around ch from round before, ch1* end row with 1 dc into last st from row before.

That means the first row ends with two dc at the end, then two ch stitches to turn work (one at the end of the row and one at the beginning of the next row). You need two ch stitches here to be able to skip these two in the next row. This is how you achieve a straight line at the edging.





The second row (the wrong side of the fabric) ends with one single dc right at the end of the row. This single dc stitch leads to a straight line.


And this is how you remember the pattern: row 1 - end with 2 stitches; row 2 - end with 1 stitch and then you need as many ch stitches to turn your work as you have worked dc stitches in the row before.
If you are unsure of where to place your stitch it helps to stretch the fabric a little bit because then you can see much more easily where the ch st or the dc st of the row before are and then you know where you need to put your stitch. It's very easily memorized and then it works like a breeze!


Every colour is worked for four rows in total (= rows 1 and 2 twice). Changing colour starts at the end of a row 2 (see above). You start the very last dc stitch with your old colour and finish it with your new colour. Then ch1 and turn work.

A couple of hints for the colour changes:
Leave a length of about 30cm for the old as well as the new colour, so that you can weave in both ends well as you go. In your first row on the right side of the fabric (row 1) weave in about 15cm, then leave the ends dangling. Because of the ch 1 in between it looks a bit weird at first but you will weave in the rest when you're coming back in row 2. When you have finished the blanket, you simply and quickly weave in those dangling ends and you're done.



Make your blanket as long as you want. Your last row should be a row of dc to mirror your chain row from the beginning.

The colourful edging is worked in three rounds and with three colours of your choice.



Start on one side - not in a corner - as follows:
Attach new colour, ch1, 1 dc into same stitch and then:

Round 1 in colour 1:
1 dc into every dc, 3 dc into every corner stitch, work dc along the long side of your blanket to create a non-bulging edging. End round with sl st into first dc.

Round 2 in colour 2:
Attach new colour, ch1, *1 dc into first dc, ch 1, sk 1 dc, repeat from * until corner. Work corner as follows: 1 dc, 1 ch, 1 dc. If your initial round of dc does not work out mathematically, you can fudge it a little shortly before your corner stitches. End round with sl st into first dc.

Round 3 in colour 3:
Attach new colour, then ch 2, sk 1 dc, *1 half treble into skipped dc of your first round (colour 1), ch 1, repeat from * until ch in corner. Work corner as follows: 1 dc, 1 ch, 1 dc. Then go on with 1 ch, sk 1 dc, then *1 half treble into skipped dc of round 1 (colour 1), ch 1 until end of round. Finish round with sl st into second ch of the beginning. Cast off. Weave in ends. You're done!!! Happy holidays!





















Montag, 11. November 2019

Kapitel 149 - Stricknachten naht

Seit ich mit zum ersten Mal dem englischen Begriff Knitmas (= to knit + Christmas) begegnet bin, lässt mich der Gedanke nicht los. Zum Ende des Jahres, wenn die Tage kürzer werden, richtet sich das gesamte Strickerleben auf eine Sache aus: wen bestricke ich womit?
Es ist ein Phänomen, das ich mit Beginn des neuen Jahres - das bei mir immer schon in den September fällt, der Januar ist lediglich eine kleine Kalenderüberraschung - nicht mehr in der Lage bin, für mich selbst zu stricken.
Im Sommerurlaub kein Problem, da werden ganz egoistisch Tücher und Socken und Handschuhe genadelt. "Für wen strickst du das?" fragen mich meine Damen. "Für mich!" sage ich ganz selbstbewusst, auch auf die Gefahr hin, dass ein sehr enttäuschtes "Ooooh" auf meinen stolzen Ausruf folgt. Mir egal! Wer nicht stricken kann, soll's lernen! Ich bin ja nicht bei der Wohlfahrt. Und außerdem: das ist mein, mein, mein Hobby.
Aber kaum ist September, dreht sich die Sache um. Plötzlich packt mich ein schlechtes Gewissen. Sollte ich wirklich noch ein neues Tuch anschlagen? Bei dem KAL mitmachen? Neue Socken in meiner Größe anfangen?
Weil, die Tage werden bald kürzer und künftige Feste werfen ihre Schatten voraus. Und die Damen wünschen sich ja auch immer was Gestricktes. Und mein kleiner Patensohn sieht so allerliebst in Gestrick aus. Und mein Mitwohner zieht den Pulli, den ich ihm gestrickt habe, wirklich gerne an und hat sich einen zweiten, exakt gleichen gewünscht.
Es hilft nichts. Es werden Anleitungsseiten gewälzt, Zeitschriften gekauft, Garne erwogen und dann geht's los. Die Vorbereitung auf Stricknachten. Im Kopf habe ich längst eine Liste erstellt. Wer kriegt (braucht) was? Und wer wünscht sich was?

Aktuell fertig sind bereits:
ein Oberteil
zwei Paar Socken
ein Cowl in zweifarbigem Patent, immerhin Sockenwolle und fast einen halben Meter lang

Das ist gar nicht so übel, wenn man bedenkt, dass ich ja tagsüber ganz normal arbeite und daher nur ein paar Mußestunden am Abend mit den Nadeln spielen darf.
Die Liste der Strickempfänger ist überdies erst letztes Jahr gesundgeschrumpft worden, als ich eine ganze Tüte mit Gestrick nahezu kommentarlos zurückbekommen habe. Na, wer nicht will, der hat schon, dann trage ich meine Sachen eben selbst.

Aber jetzt dämmert mir langsam, dass es bei mir in der Arbeit natürlich zugeht wie überall. Vor Weihnachten ist der Teufel los und die stressige Zeit beginnt erst. Gleichzeitig warten auf mich noch:
ein Männerpulli
ein Häkeloberteil
zwei Jungsjacken in klein und noch kleiner
ein halber Cowl in zweifarbigem Patent (s.o.)

So wie's aussieht, kann man das wohl gar nicht schaffen. Aber: aufgegeben wird erst am Tag X. Kneifen gilt nicht. Und wenn's ganz schlimm wird, dann nehme ich grüne Erbsen zum Kühlen, so wie mein Knitmas-Guru Squidneyknits!

Donnerstag, 25. April 2019

Kapitel 148 - ich glaube ich bin geheilt ;-)

Also erstmal: vielen, lieben Dank, falls sich hier noch einige Leser auf die Seiten verirren. Die letzten Monate sind mir durch die Finger geschlüpft, irgendwie. Das Leben fand statt und mein kleiner Blog stattdessen gar nicht. :(

Sogar das neue Jahr mit seinen diversen Vorsätzen passierte, nur hier war Pause. Zuerst denkt man ja immer, das ist gleich wieder aufgeholt, dann hat man keine gescheite Idee, dann wird die Pause immer länger, dann ist es plötzlich peinlich und dann immer peinlicher. Naja, die übliche Spirale halt. Ich kann nur ehrlich um Verständnis bitten. Sorry, liebe Leser!

Aber - heute soll es so weit sein!

An den Strickinspirationen kann es jedenfalls nicht gelegen haben, denn hiervon gibt es mehr als genug. Außerdem habe ich ja schon von diversen Podcasts hier gesprochen, die es mir angetan haben. Tja und eine Strickerin hatte einen echten Effekt für mich, nämlich Katie vom Greenbean Podcast. Sie hat im letzten Jahr davon gesprochen, dass sie einen Plan für das nächste Jahr hat, nämlich: monogames Stricken. Das bedeutet, dass man jeweils nur ein (oder im Notfall zwei) Projekte auf den Nadeln hat, weil man sonst von den vielen Projekte zu gestresst ist und dadurch wieder zu wenig Entspannung vom eigenen Hobby hat. Was man ja eigentlich haben sollte.

Das isses, habe ich mir gedacht! Mein großer Vorsatz für das neue Strickjahr war also - einfach ein angefangenes Projekt nach dem anderen fertig nadeln und dann in Ruhe überlegen, wie man weiter machen will. Ich habe mir also alle meine angefangenen Projekte mit der dazugehörigen Anleitung und den Nadeln in Taschen gepackt und hinter meinem Schreibtisch aufgereiht. In und auf den Strickkorb gestapelt, wenn man so will. Und habe ich mich drangemacht. Eins nach dem anderen, ganz zielgerichtet und ohne zu zögern. Stichwort Garndisziplin.

Und mit jedem fertigen Projekt, vor allem mit denjenigen, die schon ewig im unfertigen Zustand waren, habe ich mehr Energie und mehr Motivation bekommen. Hmmm, dachte ich, vielleicht ist an dieser monogamen Idee doch was dran? Zu allererst hatte ich ja im Fruity Knitting Podcast davon gehört. Hier allerdings nicht unter diesem Titel erwähnt, sondern eher als Eigenart von Andrea, die gar keinen Garnvorrat hat, so wie eigentlich die meisten Stricker. Das habe ich ja nun so gar nicht verstanden und damit diese Idee auch wieder verworfen. Offensichtlich war ich (damals) noch nicht so weit.

Im Zuge meiner Strick-Ziel-Ausrichtung habe ich also seit Januar diesen Jahres eine Häkeldecke, eine ewig langdauernde Jacke, einen Pulli, diverse Socken und eine Häkeltasche beendet. Darunter ist sogar die Paulie-Jacke, die mit der unglücklichen 2,5mm Nadel dazu geführt hat, dass ich das Stricken einstweilen aus Schmerzgründen unterbrechen musste. Jetzt habe ich aber dennoch (vorsichtig) weitergemacht damit und kaum sind zwei Jahre rum ist die Jacke fertig. Fertig!!! Ich fasse es immer noch nicht.

Diese Jacke wurde mittlerweile von einer meiner Damen gemopst, und zwar guten Gewissens, denn
a) mit 2,5mm gestrickt, führte das Ganze zu einer solch festen Maschenprobe und damit Passform, die bei mir eher nach Rügenwalder Teewurst und weniger nach lockerem Cardigan aussieht und
b) kaum sind zwei Jahre rum, wie bereits erwähnt, sind meine Mädels so gewachsen, dass sie gut hineinpassen.

Also, wenn man mal die Muttergefühle und weniger die Strickgefühle Oberhand behalten lässt, dann ist es doch eine Win-Win-Situation.

Halten wir das Positive fest - das Fertigmachen funktioniert, ich habe alle "ewigen" Projekte beendet und durfte zur Belohnung gleich einen neuen Pulli anschlagen. Ja! Ich und Pulloverstricken - unglaublich aber wahr.

Sazerac Pullover von Anniken Allis


Jetzt hoffe ich natürlich, dass die Motivation anhält.

Na gut, ein wenig habe ich auch geschummelt, weil mir beim Durchwühlen meiner Garnkisten ein paar Projekte in die Hände gefallen sind, die ich schon wieder vergessen hatte und die dadurch gar nicht auf Ravelry waren. Also habe ich meine Regel umfunktioniert: es gilt nur das als Projekt, was als Projekt auf Ravelry ist. Einfach, aber wirksam.

Und dort habe ich jetzt tatsächlich insgesamt nur noch ein einziges (in Zahlen: 1) unfertiges Projekt. Ich bin ganz erschlagen von meiner eigenen Durchhaltekraft.

Sollte mich jetzt tatsächlich das Fieber packen und ich etwas Neues anfangen wollen, habe ich dafür eine perfekte Verwendung gefunden: die Maschenprobe! Ich darf mit neuen Nadeln und neuer Wolle spielen, aber es gilt (noch) nicht als neues Projekt. Endlich habe ich verstanden, wozu die Maschenprobe da ist! Die ideale Lösung!

Die nächsten Pläne für meine Strickzukunft sind natürlich eine zügige Abarbeitung der Tapetenrolle, sind ja kaum 82 Ideen, aber ich bin mal nur vorsichtig optimistisch.

Diese Erkenntnis kommt übrigens gar nicht so überraschend, denn was sagt Katie in ihrer letzten (oben erwähnten) Podcast-Folge? Sie hat zwei neue Projekte angeschlagen, weil für sie das monogame Stricken nicht funktioniert. Selten so gelacht ;-)


Donnerstag, 20. September 2018

Kapitel 147 - und, wird's wieder?

Also, die Hand hat sich so einigermaßen wieder erholt. Es wird also, es wird. Ein Zwicken im Handgelenk gibt es bisweilen noch, aber ich habe fleißig meine Projekte gewechselt und etwas gemütlicher vor mich hingewerkelt.

Wenn man nicht mehr so richtig stricken kann, dann fällt überhaupt auch erst auf, wie viel man davon nötig hat, damit sich die richtige Seelenbalance einstellt.

Gleichzeitig befinde ich mich in einer äußerst ungewöhnlichen Phase, nämlich der "Ich will alle Projekte, die jetzt auf der Nadel sind oder in irgendeiner Tüte vor sich hin schmoren, möglichst gleichzeitig und sofort beenden." Was für ein glücklicher Umstand! Das ist ja nun nicht so gewöhnlich und ändert sich leider auch häufig sehr schnell wieder - aber - noch versuche ich es möglichst auszunützen.

Ich habe meine aktuelle Häkeldecke herausgekramt und ausgerechnet, wie viele Reihen ich denn eigentlich noch brauche, damit sie fertig wird.


Ergebnis: Ein Farbrapport sind 18 Farben, und ich brauche noch etwas mehr als eineinhalb, also nur noch 28 Reihen im Moment. Die Decke wird!

Ich wollte sie schon früher beenden, aber meine anwesenden Häkelberater meinten, sie wäre dann noch nicht lang genug und dieses Risiko können wir ja nun nicht eingehen!

Ich muss sagen, ich freue mich sehr darauf, wenn die Decke fertig ist. Dieses Jahr kam meine andere große Häkeldecke wieder mit in den Urlaub und dort hat sie wahrlich gute Dienste geleistet. Als Picknickdecke, als Kuscheldecke auf der kalten Fährüberfahrt frühmorgens, als Kinderberuhigungsdecke im Auto.

Das einzige Problem war, dass sie ein wenig zu dünn ausgefallen ist - ein Problem der Garnauswahl (Poco von Junghans, nicht zu empfehlen) und der Maschenstärke (Stäbchen - zu locker gehäkelt).

Das hoffe ich jetzt mit dem neuen Muster zu beheben - hier sind es nur feste Maschen und ein festeres Garn (Stylecraft Special DK). Dadurch dauert es natürlich länger, aber oh - wie wird die Decke mollig! Auch das haben meine Häkelberater schon getestet, denn für kleine Leute ist sie schon groß genug.

Mollig wurde dann auch der Rest der Urlaubsstrickerei, denn ich habe mir vorgenommen, für den Winter und die ewige Handschuhverliereritis in diesem Haushalt vorzusorgen.

Es folgen vier Handschuhversionen:


Das sind die Rasante Handschuhe von Steffi Hochfellner. Eine super Anleitung, die man einmal einfach nachstricken muss, bis man sie kapiert hat. Dann aber macht sie süchtig. Wie man sieht, müssen Handschuhe auch nicht immer völlig identisch sein. Sehr praktisch auch für Reste!


Noch ein Paar von Steffi Hochfellner - sie heißen Maik. Leider noch nicht auf Ravelry erhältlich, daher hier der Link auf die deutsche Seite. Die Handschuhe sind Teil eines Sets. Sie sind interessant zu stricken, aber etwas langwierig. Mit der Passform bin ich mittel zufrieden. Der Daumen ist ein bisschen eng bzw. sitzt an einer komischen Stelle.


Schließlich klassische Hahnenfuss-Handschuhe. Wie man sieht, habe ich mir nicht die Mühe gemacht, die Handschuhe zu spannen. So, wie ich meine Handschuhträger kenne, werden sie schon im ersten Einsatz nass werden und dann hat sich das erledigt. Die Anleitung heißt Houndstooth.
Das Stricken geht flott von der Hand, der Daumen ist arg eng geraten. Da wären ein paar Maschen mehr nicht verkehrt gewesen, obwohl ich verstehe, dass das Muster dann womöglich hopps geht.


Schließlich meine Feuertaufe für die norwegischen Fausthandschuhe, die allenthalben die Weiten des Internets bevölkern. Die Anleitung war gut verständlich, die Handschuhe passen perfekt. So perfekt sogar, dass meiner werter Mitbewohner schon seine Ansprüche geltend gemacht hat. Wir werden sehen, ob für ihn ein Paar übrig bleibt, das kommt ganz auf die radelnden Damen an.
Anleitung: Snowflakes.

Damit bin ich wieder bei meiner Decke gelandet, die auf jeden Fall dieses Jahr fertig wird!

Aber: mit großer Freude kann ich berichten, dass hier von kleinen Händen eine Decke gehäkelt wird, die als Weihnachtsgeschenk weitergegeben werden soll. Wir haben zu diesem Zweck ein kleines Häkelkränzchen eingerichtet - die Mädels und ich und ein Hörbuch. Jetzt kann es wirklich kalt und duster werden - würde mich mitnichten stören.