Montag, 5. Mai 2014

Kapitel 89 - ich bin nicht allein!

Jeder, der schon mal in Effi Briest hineingeschmökert hat (oder in der Schule damit gequält wurde), der weiß, dass der alles entscheidende Satz vom Baron von Innstetten gesprochen wird: "Man ist nicht nur ein einzelner Mensch."
Was sich im weiteren Verlauf des Romans allerdings zur Katastrophe entwickelt, ist für uns Stricker ein Glück.

Zum Glück sind wir nicht allein! Zum Glück können wir all die unglaublichen Projekte und Ideen sehen, die andere Wahnsinnige bei sich zu Hause ausprobieren. Einsam und allein? Wir nicht.

Das kann man beispielhaft an denjenigen Ravelry-Projekten sehen, deren Zahl locker fünfstellig ist.
Monkey Socks Socken: 17923 Projekte (aktuell)
Color Affection Tuch: 11505 Projekte (aktuell)
Baby Surprise Jacket Babyjackerl: 21588 Projekte (aktuell)

Da können wir ganze Tage und Wochen damit verbringen, uns durch jedes einzelne Projekt zu klicken, um zu sehen, wie 'die anderen' das gemacht haben. Welches Garn? Welche Nadelstärke? Welche Schwierigkeiten? Welche Veränderungen?

Es ist herrlich. 

Mit großem Bedauern fällt mir da eine Dame aus meinem VHS-Kurs ein, die sich immer noch strikt weigert, das Internet überhaupt auszuprobieren. Allerdings mit der interessantesten Begründung: Sie wisse nämlich jetzt schon kaum, wie sie sich angesichts der vielen Angebote und Anleitungen entscheiden sollte, da würde sie das Internet sicherlich noch viel mehr in Versuchung führen.

Wohl wahr. Ich selbst hab mich mit Hilfe des Internets ja wie bereits erwähnt, ans Häkeln gewagt; jetzt, wo es draußen langsam wärmer wird, überlege ich ernsthaft, ob ich mal eine Solarfärbung versuchen sollte (die Aussicht, hier ganz geschickt die beiden Damen miteinzubinden, ist natürlich auch verlockend) und dann gibt es ja noch das berühmte planned pooling - vom Wollfrosch bereits getestet und für jeden Fan von selbstgefärbter Wolle auch mal einen Versuch wert.

Und obgleich ich meistens im Internet unterwegs bin, um mir hier neue Ideen zu holen, um Anleitungen zu finden, etc., kann ich doch nicht von meinen alten Schätzen lassen. Ganz im Gegenteil freue ich mich immer sehr, wenn ich was Neues (Altes) finde. Von diesen Schätzen gehen mir beispielsweise immer noch Band VII und VIII ab, aber die finde ich schon mal irgendwo:



 Ja, und die falsche Sortierung rührt natürlich daher, dass ich sie gerade eben erst wieder einmal aus dem Regal genommen habe, um sie mit neuem Blick (auf Grund der gerade erworbenen größeren Häkelfertigkeiten) durchzublättern. Werde ich gleich wieder richtig einordnen ;-).

Was ich aber eigentlich zeigen wollte, ist das hier. Denn Tina hat natürlich völlig recht mit ihrem großartigen Strickarchiv. Man muss die Sachen aufheben.

Und weil ich kürzlich auf dem Flohmarkt über Folgendes gestolpert bin:

hab ich's natürlich auch sofort mitgenommen. Denn was ist es? Seht mal:




Ein selbstgeschriebenes und selbstgezeichnetes Büchlein über das Nähen. Das kann man doch nun wirklich nicht in die Müllverbrennungsanlage werfen lassen! Oder shreddern und vermusen, um daraus Klopapier herzustellen.

Mein zweiter Fund war dieser hier:



Ein Vorlagenbuch für Nadelmalerei:


Fürs Stricken noch am ehesten interessant ist dieses Büchlein mit Kreuzstichvorlagen. Vieles davon lässt sich wahrscheinlich auch für Jacquardprojekte verwenden, oder ist einfach nur inspirierend:





Aus den bereits erwähnten Archiv und Rettungs-Gründen hab ich dann schließlich auch dieses Büchlein mitgenommen:






Daran kann ich jetzt mal testen, wie weit es mit dieser Selbsthilfe her ist. Schließlich hat man ja auch mal einen Rock in der Schule nähen müssen und wollte eigentlich schon längst mal wieder mit dieser Beschäftigung wieder anfangen. Nicht zuletzt wegen des Internets, denn allein auf dieser wöchentlichen Leistungsschau sind jedes Mal unglaublich tolle Projekte zu sehen.

Damit ist dann der Kreis geschlossen und ich bin so froh, dass es vielen anderen genau so geht. Ich zitiere die mir völlig unbekannte Strickerin, die ganz allein eine halbe Seite in der Lesergalerie der aktuellen deutschen The Knitter bestreitet:

"Auch meine Macken sind anscheinend ganz normal: Mein 50 kg schweres Wolllager und die hohen Stapel von zum Teil uralten Strickzeitschriften."

Dem ist nichts hinzuzufügen, oder?



1 Kommentar:

  1. ich gehoere zu den 17 923, die die Monkey socks gestrickt haben, und auch zu den 13 141, die einen February Lady Sweater besitzen....

    Aber ich glaube, ich bleibe beim Stricken - es gibt da noch so einiges andere, was meine Zeit beansprucht ;-)

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