Montag, 4. Mai 2015

Kapitel 116 - in dem ich einen eigenen Plan verfolge

Was mich schon seit Jahren an den Ikea-Katalog sowie die diversen Magazin-versionen dieses Unternehmens fesselt, sind die Ideen, auf die ich selber gar nicht gekommen wäre.

Ich erinnere mich noch an einen Topfdeckelhalter für die Innentür eines Küchenschranks, der spontan und in Massen an die Wand geschraubt eine schicke Zeitschriftenablage ergeben hat. Das wäre jetzt zwar nun nichts für meine eigenen riesigen Zeitschriftenstapel, die ganz langweilig in Stehsammlern lagern, aber die Idee war's, die mich begeistert hat. Einfach mal was anderes. Etwas, das nicht so verwendet worden ist, wie gedacht, sondern anders.

Meine eigenen Bemühungen diesbezüglich erschöpfen sich dabei bisher ganz profan in der meiner eigenen Kinderabteilung, wo ich schon das zweite, bei uns so genannte Stifte-Boot erworben habe. Sieht hübsch aus und lässt sich einfach von A nach B transportieren:


Das ist zwar kaum mehr zu erkennen, aber es handelt sich hierbei um einen Besteckkasten, komplett mit Tragegriff:



Was das Stricken betrifft, so bin ich mit meinen Bemühungen noch lange nicht so weit, um einfach nach Belieben Anleitungen umzufunktionieren, so wie ich das bei Alpi so cool gesehen habe. Schal zu Rock, das ist einfach: wow!

Aber jetzt bin ich ja (wieder) im Häkeldeckenrausch und da ist es mir tatsächlich einmal geglückt. Noch bin ich nicht ganz fertig, aber fast.

Los ging es in dieser Zeitschrift:


Hierin findet sich eine Anleitung für einen Hundemantel. Ja, richtig gelesen. Und beides trifft auf mich ja nun gar nicht zu. Weder Hund, und selbst wenn, dann auf jeden Fall überhaupt keinen Hund mit Mantel.

Aber seht mal, wie hübsch das aussieht. Das sind echte Schneeflocken! Also die wollte ich schon gerne nachhäkeln:


Die gehen auch recht flott von der Hand, nur mit der Farbauswahl war ich noch gar nicht zufrieden. Das sind alles Reste und ein paar Zusatzknäuel von Wolle Rödel Universal. Hab ja eigentlich vorgehabt, zu diesem Garn zu wechseln, weil es sich so super verhäkeln lässt. Aber die Farben! Viel zu wenig!

Ich hatte nämlich zwischenzeitlich den Geistesblitz, einen Regenbogen zu machen.  Das sieht dann so aus:


40 Sechsecke: vier Reihen zu fünf und fünf Reihen zu je vier Fleckerl.

Jetzt ging es nur noch darum, festzulegen, welche Farben in der Mitte die längsten Streifen bilden sollten. Ich hab ein bisschen herumgekritzelt und mich schließlich für gelb und grün entschieden. Die Decke ist für ein kleines Mädchen und da soll es ruhig ein bisschen leuchten!


Die Farben sind allerdings mühsam zusammengesucht. Nur das Grau in der Mitte und das Lila sind von Wolle Rödel übrig geblieben. Für Pink, Rot, Gelb und Dunkelblau bin ich auf Stylecraft ausgewichen (schnell und problemlos über diese Seite zu beziehen). Hellgrün und Hellblau ist eine Souvenir-Wolle aus meinem Englandurlaub, daraus sollte mal eine Boshi-Mütze werden. Ist manchmal gar nicht so übel, wenn man seine Vorsätze nicht gleich in die Tat umsetzt.

Blieb also das Orange. Stylecraft bietet zwei davon an, ein Neon Orange und ein eher kürbisartiges. Da hab ich also Neon ausprobiert. Aber leider: viel zu neonartig.

Was nun? Bei Poco von Junghans gibt es ein Orange, das ich schon in meiner Hippiedecke verhäkelt habe. Das wäre es vielleicht. Aber schnell bei der Decke nachgesehen:


Würde gehen. Hab ich aber nicht mehr übrig, denn aus meinen Resten hab ich eine Puppendecke gehäkelt:


Und eigentlich wollte ich ja meine Poco-Vorräte langsam verringern, weil das Garn nicht ganz so formstabil bleibt, sprich ein bisserl fusselt bei Beanspruchung (Decken!). Außerdem ist es ein wenig dünner als mir lieb wäre.

Als letzte Hoffnung bleibt mein örtlicher Wolle-Laden, der zwar eher konservativ orientiert ist, aber dafür auch viel Schachenmayr führt. Da gibt es nämlich noch die Bravo.

Auch da gibt es ein neon- und ein kürbisorange. Aber das Neon ist mehr Orange als Neon, das isses!

Verbinden wollte ich die Fleckerl diesmal etwas elaborierter, auch um die Knallfarben des Regenbogens ein bisschen aufzubrechen. Meine Bibliothek bietet dazu folgendes Nachschlagewerk an und damit hab ich auch gleich losgelegt:




Sieht ja schon ganz gut aus. So ähnlich hab ich's mir auch vorgestellt. Jetzt schnell noch die Sechsecke gestapelt und ran:


Ging sogar schneller als ich dachte und wird wirklich eine richtige Decke.



Die Rückseite sieht ein bisschen weniger einladend aus: viel zu vernähen. Aber so schlimm ist das auch nicht, denn schließlich regnet es ja zur Zeit ständig. Da kann man ruhig ein bisschen gemütlich und Stück für Stück eine Decke fertig stellen.

Zuerst alle grauen Fäden, dann die gelben, etc. Das funktioniert immer noch ganz gut bei mir.


Jetzt fehlt nur noch die Umrandung. Dabei versuche ich's mit den Hinweisen aus diesem Buch:


Darin befindet sich nämlich eine superschöne Hexagon-Decke, die schon auf meiner Liste steht. In der Anleitung dazu ist dann auch angegeben, wie man an den Innenseiten der Sechsecke abnimmt, damit man einen ebenmäßigeren Rand hinbekommt.

Bin gerade noch bei der ersten Runde, aber es lässt sich schon gut an. Jetzt muss ich mich nur noch überwinden, die Decke dann auch  wirklich zu verschenken. Aber so muss es ja sein. Geschenke sind am besten, wenn man sie eigentlich selbst behalten will!

Und die nächste Decke ist für mich!



Kommentare:

  1. Und wieder ist es schön bunt bei dir zu Hause (und im Blog!) - die Decke wird ein tolles Geschenk.

    Aber danach ist dann endlich eine Decke für dich dran. Oder vielleicht doch endlich mal eine Strickjacke?

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  2. Ja, ich weiß! Die Strickjacke. Ich arbeite dran. ;-) Maschenproben gehen ja wenigstens schon in die richtige Richtung und du bist mir so ein leuchtendes Vorbild! (Deine Sommersachen sind toll!!!)

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