Mittwoch, 7. Januar 2015

Kapitel 108 - Neues Jahr? Neues Jahr!

Das Wichtigste zuerst: Gutes Neues Jahr wünsche ich ganz herzlich!
Ist ja erst eine Woche alt, also hoffe ich sehr, dass es noch gilt.

Was ergeben also die berühmten Vorsätze bzw. Rückblicke auch in meinem Fall? Das ewig Gültige eigentlich: was Neues lernen, besser werden und sich an größere Projekte trauen.

Das hab ich schon im letzten Jahr begonnen und mein erstes Flechtmuster überhaupt probiert. Wie man sieht, gibt es noch viel zu lernen, aber 2015 steht ja erst am Anfang:



Das sind immer noch die Loferln, die später mal so ähnlich aussehen sollen. (Bitte beim Link unbedingt auch den Preis ansehen - selten so gelacht)

Wenn ich die beiden fertig habe, dann werde ich überlegen, was ich mit der neu erworbenen Flechtmuster-Kenntnis in Zukunft anfangen will. Pullover scheidet eher aus, aber wie wäre es mit einem Loop bzw. Cowl? Mit einem Farbverlaufsgarn? So viele Ideen.

Dann gilt immer noch das Tücherstricken, das ich mir vorgenommen habe. Auch hier sind erste Schritte schon unternommen und ich kann vermelden, dass ich zwei Multnomahs fertig habe. Mein Neon-Soll ist damit für die nächsten Jahre erfüllt, aber sie gefallen mir doch.
Ich finde es sogar sehr seltsam, dass dieses Tuch hauptsächlich mit eher einfarbigen Garnen gearbeitet wird - diese Streifen sind eigentlich gar nicht so übel.



Was hab ich nicht alles gelernt bei diesem Projekt!

1. Es ist notwendig, die Anleitung zuerst zu Ende zu lesen, bevor man den einzelnen Schritten folgt. Das gilt auch für Tücher.

Was für ein Anfängerfehler, ich weiß, ich weiß! Offensichtlich will dieser Fehler auch immer wieder gemacht werden, damit man sich auch ja daran erinnert.

2. Meine Vorliebe für Socken hat einen Grund: das Auftrennen einer kurzen Runde ist unvergleichlich viel schmerzfreier als das Zurückstricken einer endlos langen Reihe.

Da hilft auch keine eingezogene Rettungsleine. Meine Hochachtung vor versierten Tücherstrickerinnen ist jedenfalls ins Unermessliche gestiegen - hier waren ja eigentlich nur kraus rechts und ein bisschen Pfauenschweifmuster zu bewältigen, aber ich hab es trotzdem einige Male geschafft, den Pfauenschweif so zu versetzen, dass ich mich mühsam durch die ganze Reihe zählen musste, um irgendwo endlich den verflixten Fehler zu finden. Vielleicht doch kein S-Bahn-Projekt.

3. Das Material muss tipptopp sein.

Was hab ich mich geärgert, bis ich die richtige Nadel genommen habe, bei der die Maschen geflutscht sind - als Brettstricker unabdingbar.
Ebenso: wer legt einem Heft Maschenmarkierer bei, die im Ernstfall ü.ber.haupt nichts taugen? Das ist Umweltverschmutzung! Ich hab auf zusammengeknüpfte Garnrestchen zurückgegriffen und war sehr zufrieden damit. Aber der Plastikkram? Nee, nee, der rutscht nicht!
Da bin ich noch eher geneigt mir hübsche Markierer zu basteln oder zu kaufen.

4. Im Zweifelsfall lieber eine größere Nadelstärke.

Ich war zu vorsichtig und hab eine kleinere Nadel gewählt. Hab sogar eine Mini-Maschenprobe mit dem Rest eines Knäuels gemacht, nur um zu sehen, wie der Schal fallen wird, aber das hat nicht richtig funktioniert.
Das kann aber auch mit meiner fehlenden Erfahrung bei Tüchern zu tun haben. Die brauchen ja schließlich einen gewissen angenehmen Fall und der ist schwer zu erreichen, wenn man mit kleiner Nadel sehr fest strickt. Ein Brett kann man sich eben nur mit Mühe elegant um den Hals legen.
Außerdem wird dann das Tuch womöglich zu klein - am Ende war es sehr gut, dass diese Tücher für die Damen gedacht waren, die ja noch recht kleine Hälse haben.

Aber: das Spannen hat geholfen, obwohl ich (siehe Punkt 3) mir in diesem Jahr unbedingt richtige Spanndrähte kaufen will. Mit Stecknadeln wird man ja verrückt. Das muss leichter gehen. Zum Glück hat eine der Strickgöttinnen der deutschen Bloglandschaft schon mal ausführlich darüber gebloggt, sogar mit coolem Kauftipp. Schweißdrähte? Her damit!

Und was gibt es sonst noch Neues? Seht mal:







Auf einem Flohmarkt hab ich einen alten Webrahmen gefunden und ihn eigentlich für die Mädels mitgenommen - Heranführung an alte Kulturtechniken usw.
Die knappe Erklärung in der Originalschachtel hat allerdings überhaupt nicht zum Erfolg geführt. Diese Verbindung aus äußerster Kürze der Darstellung und Voraussetzung eines Webstudiums für das Verständnis war zum Verzweifeln.
Wie gut, dass wir in Zeiten wie diesen leben, da kann man sich zum Glück anderweitig behelfen.
Fürs Aufspannen habe ich eine Kombination aus einem Ashford-Video sowie einem wirklich ausführlichen Tutorial von Heikes-Handgewebtem benützt. Da mein Webrahmen doch ein bisschen anders aussieht als der wohl üblichere Rigid Heddle Loom war ich wirklich froh über dieses Video!


Weben geht unglaublich flott! Und macht wirklich Spaß. Zum Geburtstag hab ich mir einen Craftsy-Kurs zum Thema geschenkt, da stecken wirklich viele Ideen drin. Und mein erster Schal ist tatsächlich noch letztes Jahr fertig geworden: 


Die Zukunft wird bunt!



Kommentare:

  1. Ich wünsche dir ein buntes Jahr 2015!

    Beeindruckend, was du schon alles neues gelernt hast - ich bin immer noch beim alten, d.h. Cocktail no 2 und Handschuhen.

    Allzuviele Tücher habe ich ja auch noch nicht gestrickt, aber noch ein paar Tips:

    Sockengarn verstricke ich meist mit Nadelstärke 4mm, wenn es ein Tuch werden soll.

    Gerade bei Lacemustern sind spitze Nadeln von Vorteil - und sie dürfen gerne 150cm lang sein.

    Große Tücher hänge ich einfach auf die Wäscheleine - durch das Gewicht spannt sich das Tuch von alleine ;-)

    Katzen sollte man aus den Räumen, in denen man spannt, fern halten ;-)

    LG
    Connie

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  2. Ach - und ich nehme auch gerne ganz viele Maschenmarkier bei Lacemustern - nach jedem Mustersatz setze ich einen Markierer, und sehe so recht schnell, wenn sich die Maschenzahl ändert. 10 Maschen sind schneller zurückgestrickt als eine Reihe. Und zur Not mogelt man halt eine Masche dazu....

    Die farbigen Ringe von Zahnbürstenköpfen für elektrische Zahnbürsten eignen sich auch super als Markierer (aber das ist nicht der Grund, warum wir eine elektrische Zahnbürste haben)

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  3. und dann ist mir noch was eingefallen - zum Abketten ;-). Dieses Abketten habe ich (glaube ich) bei einem Tuch von Helen Stewart (Curious Handmade) das erste Mal gesehen, und seither mache ich das immer so. Heisst glaube ich auch "russisch abketten"

    So gehts
    zwei Maschen rechts abstricken, zurueck auf die linke Nadel und rechts zusammenstricken (am besten links geneigt*). Naechste Masche rechts stricken, und wieder beide Maschen zurueck auf die linke Nadel und zusammen stricken. Immer so weiter, bis alle Maschen aufgebraucht sind.

    * das mache ich, in dem ich von hinten in beide Maschen einsteche

    So, und jetzt lass ich dich wieder stricken (oder häkeln oder weben)

    LG
    Connie

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  4. Vielen, vielen Dank für deine Tipps! Da werde ich auf jeden Fall ein paar ausprobieren.
    Russisch abketten kannte ich nicht und den Tipp mit der Wäscheleine liebe ich! Aber 4mm für Sockengarn? Ich fürchte doch ich bin ein Die-Hard-Brettstricker. Ich bin jetzt schon wieder auf 3.5mm ausgewichen, obwohl 4 vorgeschlagen ist. Seufz.

    Das mit der Katze hatte ich mir schon gedacht, aber wir haben (noch) keine Katze - also keine Gefahr.

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    1. Durch Tücher draf man gerne ein bisschen durchgucken dürfen - 4 mm ist bei Sockengarn wirklich OK ;-)

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