Dienstag, 16. Oktober 2012

Das Wollschaf ruft


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Heute wieder die Wollschaf-Frage. Die passt mir ja genau in den Kram.

Die verstrickte Dienstagsfrage 42/2012

OKT
Im Laufe der Zeit habe ich immer mal wieder neue Stricktechniken kennengelernt und ausprobiert. Weil das mir großen Spaß macht, versuche ich immer mal wieder stricktechnisches Neuland zu erobern. So habe ich zuletzt in einer fröhlichen Runde in einem Volkshochschulkurs das Schattenstricken geübt. Meine Frage lautet nun: wie hast Du das letzte Mal etwas Neues gelernt, etwa mittels eines Buches oder Blogs?
Vielen Dank an „Praagelmam“ für die heutige Frage!
Das ist ja mit das Spannendste an diesem Hobby.

Man strickt und strickt und strickt und es gibt immer noch jemanden, der etwas anders oder besser kann.

Wenn man eine Technik endlich begriffen hat - oh du glorreiche Käppchenferse, die ich dich endlich ohne Anleitung fast blind stricken kann! - dann wird die Bumerangferse populär und man kann sich an etwas Neues wagen.

Ich versuche eigentlich ständig, etwas Neues zu lernen. Das ist ein bisschen so wie mit der to-do-Liste. Es gibt so viele Techniken und Anleitungen, die ich noch ausprobieren möchte.

Vieles davon habe ich mir aus Büchern angeeignet, z.B. Handschuhe von den Fingern aus zu stricken oder möglichst hübsch aus der Reihe darunter Maschen aufzunehmen oder den Maschenstich, der hier endlich so erklärt worden ist, dass ich ihn auch begriffen habe.

Anderes aber musste ich in einem Kurs lernen, so habe ich etwa bei Susanne versucht zu lernen, wie man einen Pullover von oben strickt. Zuerst an einigen Raglans ausprobiert, aber dann schon mit eingesetzten Ärmeln. Weil Susanne dieses Semester keinen Kurs anbietet, habe ich einfach einen anderen belegt. Es geht mir zwar auch ums Lernen, aber es geht mir manchmal auch darum, einfach andere Wahnsinnige zu treffen. Das Hobby ist ja sonst ein recht einsames, nur die Wolle, die Nadeln, der Taschenrechner, das Papier, die Bücher und ich.

Naja, wenn ich das jetzt noch einmal lese, dann ich das Sofa doch ganz schön voll.

Dieses Semester bin ich jedenfalls bei einer wahren Meisterin ihres Fachs gelandet. Hier zeigt sie auf einem Video, das ich gefunden habe, wie man einen einfachen Schal strickt. 

Im Kurs hat sie einfach eine Riesenmenge an unterschiedlichsten Strickbeispielen mitgebracht und auf den Tisch gelegt. Das alles könne man bei ihr lernen, hieß es, oder eigene Sachen fertig stricken. 

Ich habe mir das ausgesucht:




Das werden Stulpen mit einem hübschen Perlenrand, die Frau Pöllmann entworfen hat und mir in der letzten Stunde beigebracht hat. Ich war auch froh, dass sie da war, denn es ist superfummelig zu stricken und das hätte ich wirklich kaum aus Büchern lernen können.

Der Rand sollte abgenäht werden. Das hat bei mir weniger funktioniert. Da habe ich streng nach Lehrbuch eine Nadelstärke kleiner genommen für die zwei letzten Runden, dann aufwendig vernäht und prompt hat meine Hand nicht mehr durchgepasst. Super!

Auftrennen war nicht, also mutig mit Schere ran an die Sache. "Bitte nicht reden, mein Herz klopft mir sowieso bis zum Hals."

Wer hat eigentlich gesagt, Stricken sei NICHT so wie Bomben entschärfen. So ähnlich stelle ich es mir doch vor.

Dann Maschen wieder aufnehmen (das dauert!!!) und normal beenden.

Die zweite Stulpe habe ich jetzt schon allein begonnen, denn der Kurs ist erst wieder in zwei Wochen.




Den Abschluss kann man hier schlecht sehen, weil die Stulpen schwarz sind.
Ich habe einfach eine Reihe feste Maschen in das hintere Maschenglied der Abkettreihe gehäkelt. Das gibt dann vorne noch einen kleinen Extra-Rand, den ich ganz hübsch finde.

Mal sehen, was Frau Pöllmann im nächsten Kurs sagt. Man will ja auch ein guter Schüler sein...

Die Stulpen lerne ich aber bestimmt noch besser, die haben mich so fasziniert, dass ich gleich bei den Perlen zugeschlagen habe:





Weihnachten kann kommen! Dazu nächstens mehr.

Kommentare:

  1. Hallo Margareta,
    ganz zufällig bin ich über die Dienstags-Wollschaf-Frage auf Dein Blog gestoßen und hab mich sofort voller Freude und Begeisterung festgelesen. Deine lustige und selbstironische Schreibe finde ich Klasse, das trifft genau meinen Wort-Nerv, die Mühen des strickigen Erkenntnis-Gewinns sind so herrlich dargestellt, einfach Klasse!
    Ganz sicher werde ich jetzt öfter hier vorbei kommen und Dich sofort in meiner Leseliste verewigen.
    Liebe Grüße und man liest sich ;-)
    Froggie

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  2. Hallo!

    Du bist mein erster Kommentar und ich freu mich total ('grinse selig und etwas dümmlich vor mich hin'). Bin ja noch nicht so lange dabei, aber voll im Fieber. Da merkt man erst, wie sehr einen das Hobby beschäftigt.
    Bis demnächst dann also.

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