Samstag, 5. Januar 2013

Vorsätze natürlich!

Es ist ja so: ein neues Jahr kann nicht beginnen, ohne dass man in Ruhe über das vergangene Jahr nachdenkt und sich schließlich auch Gedanken über das neue Jahr macht. Das eine geht quasi nicht ohne das andere. Klar.

Das also sind meine Gedanken für das neue Jahr:

1. Etwas Neues lernen/stricken.
Das kann entweder sein: mit einer Nähmaschine umgehen (für den Anfang mal geradeaus nähen). Das fehlt mir ja schon lange.

Habe einer der Damen dieses tolle Buch vom Christkindl bringen lassen und muss sagen, da kriege ich direkt selber Lust ein bisschen loszunähen oder loszusticken.

Diese neue Fertigkeit kann aber auch sein: das Flechtmuster aka Entrelac stricken in welchem Projekt auch immer. Da geht es mir weniger ums FO, sondern vielmehr um das neue Können.

Dann fehlen nur mir noch ein wirklicher durchgeführter Steek-Schnitt und ein Gansey mit echtem Armzwickel.

Also für den Anfang. Wenn ich hier mit meinen anderen Wissenslücken weitermache, dann komme ich aber heute nicht mehr zur Nummer 2, geschweige denn zu irgendeiner anderen Nummer.

2. Etwas Altes beenden.
Jaja, 'und ewig ruft das UFO' gibt es natürlich auch bei mir, wie bei so vielen.

Ob ich das von Tina geplante 'Ufo des Monats' schaffen werde? Wahrscheinlich nicht, ich kenne mich und meinen Job, das wird nix. Aber ich will wenigstens zwei (na vielleicht doch drei) von den sich auf der Ufo-Liste befindenden Objekte (Deutsch ist cool!!!) in diesem Jahr davon wieder streichen können.

3. Etwas veröffentlichen.
Neinnein, ich rede hier nicht von so tollen Sachen, wie sie Martina Behm ständig macht. Jetzt hat sie sogar ein Buch im Stil der YarnHarlot veröffentlicht. Das gibt es doch gar nicht.

Ich rede davon, dass ich die paar Ideen, die ich tatsächlich auch hatte, vielleicht doch aufschreibe und dann bei Ravelry zur Verfügung stelle.

Da versuche ich mir selbst noch ein wenig Mut zuzusprechen.

Andere haben das bereits gemacht. Einen Versuch ist es wert. So schlecht sind deine Ideen auch nicht. Sowas in der Art.

4. Etwas verkaufen.
Jetzt wird es wirklich gruselig, aber ich habe eine kleine Kiste voll mit FOs, die sich über die letzte Zeit angesammelt haben und damit will ich hinaus in die Öffentlichkeit.

Meine innere Stimme ist wie oben in den Wiederholungsmodus geschaltet und ich hoffe sehr, ich höre drauf!

5. Etwas teilen.
Damit habe ich im letzten Jahr schon angefangen und mit einer lieben Freundin die bereits erwähnten Stulpen gestrickt. Das hat superviel Spaß gemacht! Wenn man etwas Neues gelernt hat, dann will man ja unbedingt, dass andere auch sehen, wie toll das ist und jetzt bin ich von diesem Weitergabevirus so infiziert, dass ich sehr hoffe, dass ich etwas Neues lerne, damit ich es dann auch prompt weitergeben kann!

Ein 'Engelskreis' oder 'beneficial circle' sozusagen...

Das wäre schließlich nicht die schlechteste Art in das Neue Jahr zu starten, oder?

Freitag, 4. Januar 2013

Weihnachtsleiden?

Das kann auch nur mir passieren:

Stulpen gestrickt und dann ganz schick angezogen. In der Kirche. Am Sonntag. Weil es so festlich ist. Wir alle drei (also die Frauen in der Familie) mit unseren Stulpen. Sehr hübsch.

Zu Hause später der Rabenblick: Wo sind die Stulpen? Her damit, auf dass ich sie wieder strenge verwahrt halten kann. Hat ja schließlich ein bisschen Mühe gekostet, sie überhaupt herzustellen.

Es fehlt ein Paar. Ja ist denn das die Möglichkeit? Wo sind die Stulpen? 

Jede Jacke durchwühlt, jede Tasche durchwühlt. Die Stulpen sind weg.

Also noch einmal zurückradeln in die Kirche. "Gell, Mama, das wär doch gelacht, wenn wir die nicht mehr finden würden?"

Dachte ich auch. Dachte ich wirklich. Und zwar bis wir in der Kirche waren.

Der Mesner war sogar noch da: Nein, also Stulpen sind keine abgegeben worden. Ja, Fingerhandschuhe schon, aber was sagen Sie? Stulpen mit bunten Perlen? Nein, also sowas nicht.

In der Bank nachgesehen, auf die Knie gegangen (als würde man das nicht ohnehin schon so oft tun). Die Stulpen sind verschwunden!

Aus der Kirchenbank, am Sonntag. Mitgenommen, eingesteckt, geklaut.

Und ich kann nicht einmal den Spruch anwenden, dass mir derjenige nur begegnen müsste, denn dann würde ich dafür sorgen, dass er 'katholisch' würde.

Er ist ja schon katholisch. Sonst wäre er nicht da gewesen. Ironie des Schicksals!

Für den Silberstreif am Horizont sorgt meine Tochter: "Ach Mama, dann strickst du mir halt noch ein Paar, gell?"

Donnerstag, 3. Januar 2013

Weihnachtsfreuden und...


Also das Weihnachtsfest war wunderbar! 


Das Christkind war brav, die Damen waren brav (und furchtbar müde und erschöpft, je weiter der Abend vorangeschritten war) und ich war auch brav gewesen und hatte fleißig gestrickt.

Heuer bzw. letztes Jahr, um genau zu sein, war ich im Stulpenfieber.

Kaum hat man etwas Neues gelernt (in meinem Fall bei dieser Ikone) will man das natürlich sofort und immer wieder ausprobieren.

Meine Stulpen sind schwarz-rot:

(hier nicht von mir mir gemodelt, wie unschwer zu erkennen!)



und schwarz-olivgrün (ich hab an Weihnachten Geburtstag und dachte, das rechtfertigt zwei Paar Stulpen für mich):

(Keine Sorge, sie sind rechtzeitig fertig geworden)

Für die Damen je ein Paar in der Wunschfarbe.

Erstens rosa (es kann nicht erwartet werden, dass im Alter von fünf Jahren diese Phase bereits überwunden ist. Leider.):




Und zweitens bunt. Ist ja schließlich auch eine Farbe:


Dazu gab es dann jeweils ein Paar Schlafsocken für jede der beiden Damen.

Das Lustige ist, nur eine braucht überhaupt Schlafsocken. Aber das ist ja ungefähr das Erste, was man lernt, wenn man Zwillinge hat: von wegen, "auf die Individualität des Kindes eingehen" und solchen Erziehungskram.

"Ich will das, was der andere hat. Basta."

Daher gibt es zwei Paar Socken. Auch wenn ich das andere mit schöner Regelmäßigkeit seither unter dem Bett hervorholen muss!


(Auch hier keine Sorge: erst vernäht, dann verschenkt. Man war ja schließlich auch mal im Handarbeitsunterricht.)

Für das neue Jahr habe ich natürlich auch eine ganze Menge an guten Vorsätzen gefasst. Also stricktechnisch gesehen!

Dazu bald mehr.

Montag, 17. Dezember 2012

Geheime Strickorte?

Aaah, diesmal ist die (letztwochige) Wollschaffrage aber wirklich mal nach meinem Gemüt:


Die verstrickte Dienstagsfrage 50/2012

11DEZ
Welches war der ungewöhnlichste Platz, an dem ihr je gestrickt habt. 

Gibt es Bilder davon?
Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!
Na, bei mir ist es eher das Übliche: im Auto, im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, an Bushaltestellen, aber auch: von der U-Bahn zur Rolltreppe und auf der Rolltreppe. Stricken im Gehen? Es geht!

Manchmal haben die "Kleinteilestricker" eben doch ihre Vorteile.

Da finde ich es viel interessanter, zu überlegen, wo ich gerne stricken würde, mich aber noch nie getraut habe. Hier meine Top 5:

1. In Konferenzen in der Arbeit, bei denen endlos etwas diskutiert wird, was später doch wieder anders gemacht wird und die daher oft nur eine Ansammlung von langweiligen Stunden sind.

2. Beim Kaffeetrinken mit der lieben Verwandtschaft, wenn noch der kleinste Husterer der Kusine dritten Grades ausgiebig besprochen wird und man einfach nicht wegkann.

3. In der Kirche. Jaja, ich bin ja aus dem Süden, also zwangskatholisch, aber mal ehrlich - es ist einfach nicht immer so wie an Weihnachten, oder? Bei der einen oder anderen Predigt denke ich schon an die nächste Reihe zu Hause...

4. Im Restaurant, während man ewig auf die Bestellung wartet. Ich meine, wie lange kann man einigermaßen ruhig den Stil seines Weinglases in alle möglichen Richtungen drehen ohne an den aktuellen Lace-Schal zu denken, bei dem man heute noch gerne ein oder zwei Reihen gestrickt hätte? Da kann das Gegenüber noch so aufregend sein!

5. Im (Kinder)theater. Wenn sich auf der Bühne der Kasperl und der Seppel oder wahlweise auch der Bär und der Tiger bekämpfen und vertragen, dann würde ich manchmal schon gerne meinen Socken herausziehen und weiternadeln. Einfach so als Friedensstatement.

Leider noch nie getraut.

Dabei denke ich sogar, das täte auch im "großen" Theater manchmal ganz gut, und da trau ich mich erst recht nicht.

Einzig im Bilderbuchkino gelingt es. Ich sitze an der Seite, die Kinder vor der Leinwand und ich kann in Ruhe vor mich hinarbeiten. Licht ist genug da, aber es dauert insgesamt nicht ganz so lange.

Die offensichtliche Lösung wäre also das Kino. Aber da geht's gar nicht. Glotzen ist heilig! Na, zumindest wenn es sich um das echte Kino handelt. Vom Fernsehen war ja nicht die Rede.

Ohne diese Erfindung hätte ich sicherlich auch noch viel weniger paar Socken als bisher gestrickt. 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Inspiration

Inspiration kommt aus vielen Quellen, offensichtlich. Nicht zuletzt auch aus der Tatsache, dass man plötzlich merkt, dass es viele andere gibt, die eine ähnliche Leidenschaft teilen.

Nach langen Phasen der Herumschleichens, ganz im Sinne der Katze um das neue Strickstück, habe ich mich diesen Herbst kurz entschlossen in einige der KALs gestürzt, die Ravelry so anbietet.

Zum einen der Sock Knitters' Anonymous-KAL, der pünktlich zum Herbstbeginn im September gestartet ist, zum anderen der Grimm-Socken KAL.

Die engen Beschränkungen, denen man unterliegt, waren dabei nicht halb so schwierig, wie ich dachte. Ganz im Gegenteil: weil der Rahmen so eng gesteckt war, hat sich das "Was soll ich stricken?" viel schneller entwickelt.

Im freien Raum allein gelassen, gibt es so viele Ideen und Möglichkeiten, dass ich oft gar nicht weiß, was ich als nächstes anfangen möchte!

Aber jetzt: September - Rot (alle stricken Socken in der Farbe Rot) - kein Problem:

Da kommt man wenigstens dazu, ein besonderes Muster auszuprobieren:



(mein erster Versuch mit Zitron-Sockenwolle Trekking Pro Natura)

Das Muster soll ein Herz darstellen, man sieht es besser von oben: das Stricken hat Riesenspaß gemacht!



Allerdings: ein Herz, das nur zu sehen ist, wenn man den Socken selbst von oben betrachtet? Wenig inspirierend. Muss also noch einmal gestrickt werden, und zwar toe-up. Hier zeigt sich der erste Nachteil einer solchen Inspirationswelle:

Es könnte sein, dass sie Fähigkeiten erfordert, die man noch gar nicht hat.

Als Sockenstricker der alten Art: von oben nach unten, verstärktes Käppchen (der kurze Ausflug in die Welt der Bumerang-Ferse hat sich nicht als sinnvoll erwiesen) und Bändchenspitze - ist es natürlich besonders herausfordernd, sich gleich völlig umzustellen!

Aber: das wird schon. Jetzt sind aber erst die Novembersocken dran!

Ich höre schon: Was ist mit Oktober? Aber im Oktober hab ich nur ein Modell nachgestrickt, nicht ganz so inspirierend, obwohl auch dieses Muster Spaß gemacht hat. Zickzack und doch nicht Jaywalker, nicht übel:


Quelle: Verena In 80 Socken um die Welt. Teil 1. Italien

Im November nun endlich die Herausforderung texture, also ein Muster, das eine deutliche Struktur hat.

Nur Rechts- und Linksmaschen, alles andere verboten. Spannend! Hab also gewühlt in verschiedenen Musterheften und Musterbüchern und normalen Büchern, bis ich endlich eins gefunden habe, das ich interessant genug fand.



 Aber: Wie dumm! Hab ein Garn gewählt, das sich dafür nun gar nicht eignet, weil es so einen Farbverlauf hat. Selber schuld. Auch hier werde ich ein zweites Paar stricken, damit man überhaupt merkt, wie die Socken aussehen sollen.



Das Muster ist nur dunkel zu erahnen, aber wenigstens sind sie warm!

Zum Glück hat die Geschichte ein gutes Ende. Im Grimms Märchen-KAL gab es für Oktober (mein Einstiegsmonat dort) das Märchen "Der arme Junge im Grab", in dem ein Habicht eine prominente Rolle spielte.

Das war die Idee. Farben gewählt, Muster gesucht und Habichtsaugen gezeichnet (nicht zu böse, sollen ja Kindersocken sein) und losgestrickt:




Ende gut, alles gut (für jetzt zumindest. Aber so gehört es sich auch im Märchen).

Novembersocken, ich komme. Märchen "Die sieben Raben", da schwirren einem die Ideen ja förmlich durch den Kopf.

Und die Zeitverzögerung? Na, die stört keinen großen Geist, das ist die Jahresendaufgabenverdichtung, die uns alle heimsucht im Dezember, oder?

Samstag, 24. November 2012

Verzweiflung

Da gibt es diese Stimme, die Stephanie Pearl-MacPhee den "inneren Stricker" nennt. Diese Stimme, die dafür sorgt, dass wir mehr Projekte anschlagen als wir mit gesundem Menschenverstand und großer Einsatzbereitschaft bis Weihnachten schaffen können. Diese Stimme, die uns (siehe Wollschaffrage von dieser Woche) ständig neue Wolle kaufen lässt, weil wir doch so viele sinnvolle Ideen für Geschenke haben.
Diese Stimme ist natürlich auch bei jedem Projekt dabei! Sie lässt uns weiter und weiter und weiterstricken, bis das hier passiert: 


Ja, es sind Socken, die man nicht anziehen kann!

Meine Novembersocken. Fertig gestrickt, fertig genäht, fertig für meinen cast-off post.




und dann: untragbar!

Das ist aber nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist der innere Stricker, der mir schon Runde um Runde vorher zugeflüstert hatte, dass es so kommen würde. Dass die Socken nicht passen würden. Der mich darauf hinwies, dass es bei einem Zopfmuster einfach normal ist, dass sich das Ganze zusammenzieht und dass man (wenn sich 64 Maschen, Nadel 3,0 zusammenziehen) dann einfach Schwierigkeiten mit der Ferse bekommt.

Aber ich. Ich wusste es offensichtlich besser. Ich habe gestrickt und gestrickt und sogar nachgemessen, bis ich die 21cm Fußlänge für Größe 40 endlich erreicht hatte.

Dann die Spitze, dann vernäht. Alles mit einer lauten Stimme im Kopf, die mir mittlerweile zugebrüllt hat, dass es doch nichts nützt und die Socken einfach nicht passen würde.

Und genau so war es. Da blieb nur eine Lösung:




Richtig abmessen, diesmal für Größe 30 (erkennbar an der weißen Stecknadel kilometerweit unten) und auftrennen, Maschen wieder aufnehmen und hoffen, dass man dann immer noch weiß, in welcher Reihe des Zopfmusters man genau gewesen ist.

Hat zum Glück geklappt. Aber vor Wut habe ich die Endfäden immer noch nicht vernäht.



Es geht natürlich auch anders. Ohne den inneren Stricker, ohne die Stimme. Das ist dann noch schlimmer, denn so könnte man ja immer noch sagen, wenigstens der innere Stricker hätte aufgepasst.

Projekt Stulpen mit Perlen. Mein erstes Mal mit Perlen stricken verlief glimpflich bis ich zum Ende der Stulpen kam. Sie sollten abgenäht werden, damit der Rand hübsch rund ist und gut zu den feinen Stulpen passt.

Na klar, das kann ich. Außerdem hab ich ja Katharina Buss und die weiß schließlich alles.

Also fertig gestrickt, nach Anweisung mit kleineren Nadeln die letzten Runden gestrickt und abgenäht. Ergebnis: siehe oben, nur mit Händen! (leider, leider ohne Foto)

Wie kann es sein, dass ich nicht daran denke, dass eine kleinere Nadelstärke auch zu einem engeren Endergebnis führt? Völlig unbegreiflich.

Tja und jetzt? Den abgenähten Rand kann man leider nicht so einfach wieder auftrennen, da bleibt nur: 




Eine wirkliche Katastrophe! Nicht nur der abgeschnittene Rand, sondern dann die Qual, die Maschen auch wieder zu finden, sie aufzufädeln und endlich fertig zu stricken.

Aber: es hat auch diesmal geklappt. Und den abgenähten Rand hab ich gelassen - eine Häkelrunde ist mindestens ebenso hübsch, dehnt sich locker über die Handwurzelknochen und ist vor allem ungleich schneller zu arbeiten: 





Da war ich so inspiriert, dass ich sogleich die nächste Stulpe in Angriff genommen habe, denn jetzt weiß ich ja, wie sie enden werden!



Weihnachtsgeschenke? Kein Problem in diesem Jahr!

Mittwoch, 21. November 2012

Nadelwerke

Es kommt ja selten genug vor, dass unsereins sich von einer KUNSTAUSSTELLUNG (ja, im Großdruck) repräsentiert fühlt, aber jetzt war es endlich in der Galerie Handwerk in München soweit. Leider hab ich es erst ganz kurz vorher, im In-München entdeckt, hier in gedruckter Version:




Am 17. November schon zu Ende, hab ich sie letzte Woche endlich besuchen können.

Vom Stachus aus mit einem kleinen Spaziergang am Lenbachbrunnen vorbei (der auch im Winter und hübsch eingekastelt seine Reize hat)




bis zur Ecke Ottostr. und Max-Joseph-Str. (ein Turm der Frauenkirche gerade eingerüstet - nicht sehr fotogen)










erreicht man endlich


 und um die Ecke:



Die Ausstellung "Nadelwerke" zeigte Exponate von 30 internationalen Künstlern zum Thema: Nähen, Sticken, Stricken.

Leider, leider, ohne Erlaubnis zu fotografieren. Ich hatte zuvor angerufen und nur einen Negativbescheid bekommen. Daher noch einmal der Link.

Am häufigsten vertreten waren die Sticker: bestickte Papiertaschentücher und Pappteller: die Vergänglichkeit und die wertvolle Handarbeit nebeneinander - ein recht beunruhigender Anblick.

(Leider keine Bilder vorhanden, aber ein Blick auf die pdf-Datei der Galerie lohnt sich, und zwar hier. Die Künstlerin Sabine Perez kann man auch über eine Galerie anklicken.)

Dann gab es gestickte, auf den ersten Blick altmodische Kreuzstichbilder für die Wohnzimmerwand über dem Kamin. Auf den zweiten Blick mit sehr seltsamen Botschaften: God Bless This Crack Home. Auch hier: ein Nebeneinander von familiärer Tradition und moderner, kaputter Gesellschaft - witzig, aber auch verstörend.

(Auch hier leider kein Bild, aber ein Link zur Arbeit von Kate Westerholt)

Mit dem Stricken sah es schon schlechter aus.

Vertreten waren natürlich die Rausfrauen, die die Galerie mit einem Kabelsalat beglückt haben, bei dem sich viele Stricklieselschnüre um das Treppengeländer wanden. Ganz nach ihrem Motto einer Verbindung von Alltag und Handarbeit.

Heimliches Foto von mir, von außerhalb der Galerie hineinfotografiert: 

 
Die beiden Lampen, die so hell leuchten, sind übrigens auch gestrickt - gar keine so schlechte Idee: umstrickte Lampionhüllen - das passt bestens in die Reihe der gestrickten Adventskränze, die ja so im Trend liegen. Da gefallen mir die Lampions aber entschieden besser!

Am besten von allen Exponaten haben mir die Werke von Felieke van der Leest gefallen. Sie hat kleine Tierfiguren (Koalabären, Fledermäuse, Regenwürmer) in außergewöhnliche Schmuckkleider gesteckt. Eine Fledermaus mit einem eigenen gestickten Batman-Umhang, sogar mit granny squares. Das sah toll aus! Der Link führt direkt hin! (mit mouse-over zur Fledermaus) . 

Der Koalabär ist übrigens hier ganz toll zu sehen!

Die Ausstellung war insgesamt sehr vielfältig, manche Ideen waren großartig. Es gab z.B. Kreuzstich auf durchrosteten Gießkannen - darauf muss man erstmal kommen, der Effekt war unglaublich!

Allerdings, das Stricken war doch deutlich unterrepräsentiert. Woran liegt das? Dabei gibt es doch Althea Crome mit ihrem Ministrick, Kaffe Fassett und sein Farbenwahnsinn sowie Alice Starmore mit ihren großartigen Designs. Auf eine solche Ausstellung warte ich ja schon lange!

Trotzdem - den Damen hat es gefallen (ich hatte glücklicherweise genügend Traubenzuckerbonbons dabei, um sie bei Laune zu halten). Die letzten Eindrücke habe ich von Draußen fotografiert:





Hier findet offensichtlich eine Führung statt

Wie man sehen kann (es war leider schon fast dunkel), sehr viel künstlerische Ambition, sehr viele 'Objekte', und doch ein großer Ansporn für die eigene Inspiration. Ganz im Sinne von Julia Cameron - ein Weg to fill the inner well (den inneren Brunnen - nämlich der Kreativität - zu füllen).

Das können wir doch alle ab und zu gebrauchen.