Montag, 24. März 2014

Kapitel 84 - in dem ich mein neues Lieblingsprojekt vorstelle

Manchmal - beileibe nicht oft - aber manchmal überkommt einen so das Gefühl, dass man einen Anleitung jetzt sofort und gleich haben muss. Und auch gleich damit anfangen muss.

Denn allgemein gilt bei mir ja die Regel, erstmal Herzchen verteilen und so Ideen und Projekte sammeln. Dann vielleicht überlegen, ob man die Sachen auch wirklich, wirklich stricken will. Und dann erst im letzten Schritt die Anleitung kaufen.

Da dies zu jeder Tag- und Nachtzeit möglich ist, kaufe ich kaum Anleitungen auf Vorrat, sondern wirklich nur dann, wenn ich sie auch gleich stricken will.

Genau dies ist jetzt eingetreten, als Wendy Johnson ihren fertigen Cowl vorgestellt hat. Der hat mich sofort fasziniert.

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass ich hier eine ganze Kiste mit Wollresten bunkere, die mich auch schon dazu verleitet haben, selbst ein Paar Socken zu entwerfen:



Das mit dem Feng Shui verstehe ich schon - wirf den ganzen Kram weg und befreie dich für neue Projekte. Aber:



Das sind eigentlich nicht mehr die Zeichen der Zeit, oder? Halbe Knäuel einfach so zu entsorgen, nur weil man das Projekt, für die sie mal gedacht waren, beendet hat. So konsumorientiert kann man eigentlich gar nicht mehr sein heutzutage, wo sogar Bücher wie dieses erscheinen und ihre Käufer finden:




Viel besser erscheint mir da eine Idee für ein wirkliches hübsches Kleidungsstück, in dem man all diese Knäuel verstricken kann. Und da kam mir der Cowl wie gerufen.

Hinzu kommt, dass ich damit ja endlich meine Fähigkeiten in der Norwegertechnik (neudeutsch Fairisle) ein wenig mehr üben kann. Fadenhaltung, Länge der Spannfäden, prominente Farbe vs. Hintergrundfarbe - ein riesiger Platz, um sich hier so richtig auszutoben.

Der Anfang war mit vielen Maschenmarkierern (der Marke selbst gemacht) ein bisschen mühsam:



Aber dann ging es munter voran. Hier sieht man einen hübschen Maschenmarkierer mit Perlchen für den Rundenbeginn - ein reizendes Geschenk, über das ich mich in jeder Runde freue.

Da gibt es auch den berühmten jog, der beim Rundenstricken mit Farbwechsel auftritt, mich hier aber überhaupt nicht stört, denn der Cowl wird später flach zusammengelegt getragen und dadurch fällt das gar nicht mehr auf. Außerdem geht dem Ganzen hier eine linke Masche voraus, die den Sprung zusätzlich ein bisschen breiter macht, aber für das spätere Zusammenlegen wichtig ist.




Die Farbkombinationen sind dabei weniger geplant als vielmehr so, wie Wendy Johnson es vorgeschlagen hat: nämlich einfach so, wie's kommt, nur mit einem Augenmerk darauf, dass deutlich wird, welches die Hintergrund- und welches die Hauptfarbe ist. Genügend Kontrast also. So lege ich meine Garne dann zurecht und arbeite mich von der Box in den Korb vor (siehe Foto oben) und wieder zurück.

Was mich besonders fasziniert, ist, dass ich dadurch auch selbst wieder auf Ideen komme und merke, welche Kombinationen sich auch für andere Projekte eignen. Besonders angetan in obigem Beispiel hat es mir Schwarz-Rot. Da trifft es sich gut, dass ich mir beim Durchblättern einiger Verenas dieses Modell eingemerkt hatte (Verena Herbst 2012):



Das sieht schon toll aus in Verlaufsgarn, aber in so einem roten Hand-dye-Effekt-Garn? Da sind die Farbverläufe etwas langsamer und die Farbe etwas kräftiger. Da könnte ich ja doch noch zu einem Kleidungsstricker werden. Eines Tages.

Aber genau das ist es, was ich mir unter einem tollen Projekt vorstelle: viel lernen und viele Ideen. Weil Spaß, den hab ich ja schon! Massenhaft!

Dienstag, 4. März 2014

Kapitel 83 - in dem es um Gefühle geht

denn das Wollschaf stellt heute genau eine solche Frage:


Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2014

4MÄR
Welche Gefühle verbindest Du mit dem Stricken und Häkeln oder allgemein mit dem Verarbeiten von Wolle?
Welche Bedeutung hat dieses Hobby für Dich?
Was würdest Du fühlen, denken, machen, wenn Du aus irgendwelchen Gründen plötzlich überhaupt nicht mehr mit Wolle und Nadeln arbeiten könntest oder dürftest?
Vielen Dank an Lavendelmaschen für die heutige Frage!
Die Antwort auf diese Frage fällt dementsprechend einfach aus: alle Gefühle nämlich!

Ist ja klar.

Ich zitiere gerne wieder aus meiner Strickbibel:

Stricken beruhigt die Nerven.

Also sind die hauptsächlichen Gefühle, die ich mit dem Stricken verbinde, eben solche Beruhigungsgefühle. Beim Stricken bin ich so auf die Anleitung, auf die Tätigkeit an sich konzentriert, da vergesse ich alles - und das ist ein herrliches Gefühl.

Egal, welchen Ärger ich sonst habe, beim Stricken denke ich nur daran, dass ich jetzt gerade etwas herstelle, das es sonst nicht gibt auf der Welt, und zwar aus einem langen Faden, und nur mit zwei Nadeln.

Das ist schon cool und sorgt für einen richtigen Boost des Selbstbewusstseins.

Wenn man dann (je nach Projekt natürlich) noch ein Garn und Nadeln gefunden hat, die einem richtig, richtig gefallen, dann hat das auch etwas mit haptischem Wohlsein zu tun.

Es fühlt sich einfach wahnsinnig toll an mit einem richtig schönen, weichen Garn (und mit herrlichen Nadeln) zu arbeiten. Das ist gleich nochmal eine Steigerung des Wohlbefindens, also des positiven Gefühls.

Ganz toll in diesem Projekt beschrieben - das ich im Übrigen angeklickt haben könnte, weil ich eine Anleitung für eben dieses Garn suche... - denn ein bisschen ist es mir auch immer so gegangen.

Erst das 'andere' Garn verstricken, also das geerbte oder nicht ganz so tolle oder den Fehlkauf oder die Reste, und dann erst etwas verstricken, was sich wunderbar anfühlt. Aber das ist blöd! Das Leben ist viel zu kurz dafür!

Leider ist es mit dem Stricken aber nicht immer so großartig und rosenrot. Denn 

Stricken macht mich verrückt.

Da sind dann die gefühlten Gemütszustände eher wütend, verzweifelt, wahnsinnig, verärgert, enttäuscht. Und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen.

Wenn ich eine Anleitung nicht kapiere, die offensichtlich von vielen anderen schon erfolgreich gestrickt worden ist (persönliche Niederlage - ein ganz bitteres Gefühl).
Wenn eine Anleitung etwas anderes sagt, als ich ganz eindeutig auf den Bildern zum Projekt erkennen kann (da fühle ich mich richtig hintergangen - und auch für dumm verkauft)
Wenn ich für ein Problem einfach keine sinnvolle Lösung finde, obwohl ich es schon x-mal versucht habe (mangelnde Fähigkeiten - einfach enttäuschend)
Wenn sich ein Projekt als richtiges Durchhalteprojekt entpuppt - wegen der Nadeln, wegen der Langeweile beim Stricken, wegen der kratzigen Wolle (das ist dann richtig anstrengend und erfordert all meine Willenskraft)

Da sieht man schon, dass Stricken mich mit einer ganzen Bandbreite an Gefühlen versorgt und ich langsam auf dem Weg zu einem Knitter bin, den die Yarn Harlot als einen eigenen Lebensstil beschrieben hat. Ich bin nicht einfach jemand, der strickt, sondern höchstwahrscheinlich tatsächlich ein Stricker.

Ich ertappe mich selbst, wie ich eigentlich ständig ans Stricken denke. Das geht schon in der Früh los, wenn ich überlege, an welchem Projekt ich heute weiterstricken will. Auf dem Weg in die Arbeit, auf dem Weg zurück, beim Spazierengehen, beim Bügeln, egal wo, ich bin immer am Überlegen. Über Wolle, über Projekte, über Projekte von anderen, über neue Nadeln. Völlig egal, aber das Stricken beherrscht mich.

Das ist schon ehrlich verrückt und fängt langsam an, den Menschen in meiner Umgebung aufzufallen:

"Mama, du willst immer nur Wolle und Wolle!"

Kann ich nicht bestreiten.

Das bedeutet natürlich auch, dass ich in denjenigen Situationen, in denen ich nicht stricken darf, wirklich ein bisschen drunter leide. Ach, die endlosen Elternabende, die Sitzungen, die Verwandtschaftsbesuche, an denen man nicht stricken darf aber eigentlich doch ganz leicht könnte...

Er hatte schon etwas für sich, der Strickboom in den 80ern, als man einfach so mit dem Strickzeug ins Klassenzimmer marschiert ist und sich dadurch diverse endlose Vorträge im Geschichtsunterricht einfach viel erträglicher gestaltet hat!

Was allerdings passieren würde, wenn ich nicht mehr stricken könnte? Nicht auszudenken. Nicht auszudenken! Nur mit meinem eigenen inneren Stricker unterwegs? Das wäre ein bisschen anstrengend, wenn er so ist wie dieser hier.

Nee, nee, da wollen wir mal lieber nicht drüber nachdenken. Happy face, happy face. (2:12:08)

Und nächstens von meinem aktuellen Lieblingsprojekt!











Sonntag, 2. März 2014

Kapitel 82 - in dem doch nochmal um Socken geht

Nee, oder? Das gibt es doch nicht.

Doch, das gibt es schon, aber anders.

Es geht nämlich diesmal um das Ausdenken von Socken. Über dieses Thema, also das Designen, wie es sehr viel cooler heißt, ist ja schon ausführlich bei Martina Behm (ab 30.09.13) berichtet worden. Und da klingt das ja auch wirklich cool: Idee - Skizze - Maschenprobe - Rechnen - Stricken - Foto - Anleitung - Fertig.

Das liest sich spannend und ist wohl auch so, nur leider ist es unmöglich auf mich anwendbar. Bei mir ist mal wieder alles anders.

Das letzte Paar Socken, das ich mir ausgedacht habe (zu einem KAL, der sich um diese Figur dreht - aus einer BBC Serie zu Robin Hood), hat ewig gedauert. Und ich meine ewig!

Ich wollte Socken stricken, in denen irgendwo der Wolf auftaucht, der hier so hübsch in den Kostüm-Schnallen verewigt ist. In einem Musterbuch hab ich dann auch etwas gefunden, was so ähnlich aussah und hab es dann selbst weiterentwickelt zu einem Wolfskopf.

Das Ganze per Maschenprobe überprüft mit Garn und Nadelstärke, in der ich normalerweise Socken stricke. Dazu hab ich mir die Manöver notiert, die ich machen musste, damit es so ein Wolfskopf wurde, wie ich mir das vorgestellt habe.

Der Probelappen wurde natürlich länger und länger, weil ich immer wieder neu probieren musst, wie die Ohren aussehen müssen, wie lang der Kopf insgesamt sein muss, etc. Also stricken, auftrennen, aufschreiben, weiterstricken, radieren, etc, aber das ist ja auch völlig in Ordnung.

Dann war ich endlich fertig. So sollte es sein, Skizze fertig gestellt und los geht's. Es mussten auf jeden Fall toe-up-Socken werden, denn der Wolfskopf sollte den Betrachter ansehen und das Design umdrehen konnte ich nicht.

Magic-cast-on und losgestrickt. Das Muster war ganz gut zu stricken, jede zweite Reihe eine "wie die Maschen erscheinen"-Reihe - kein Problem.

Ungefähr bei der Hälfte meines Wolfskopfes hab ich gemerkt, dass ein in Runden gestrickter Wolf ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht so aussieht wie ein hin-und-her gestrickter. Keine Ahnung, warum. Irgendetwas hat sich fürchterlich verschoben, was in meiner Maschenprobe noch OK war. Also alles wieder aufgetrennt und nochmal versucht. Statt einem Umschlag zwei Umschläge gestrickt, damit ich mehr Platz zwischen den Maschen bekomme. Auf der anderen Seite später verkreuzte Maschen gestrickt. Auf der Skizze alles durchgestrichen, radiert, drübergekritzelt. Bis ich gemerkt habe. Es klappt wieder nicht. Es sieht einfach blöd aus. Dieses Muster braucht (immer noch keine Ahnung warum) einfach eine Rückreihe in links. Es hat natürlich eine gute Weile gedauert, bis ich das gemerkt habe!

Hilft also alles nichts - ich muss es ganz anders versuchen.

Nochmal aufgetrennt und dann nur den Wolfskopf gestrickt und die andere (die Sohlenseite) einfach mal so stillgelegt. Das sieht so aus:



Das funktioniert bezüglich des Musters dann endlich so, wie ich mir das vorgestellt hatte (der Wolf kam zurück!):


Nicht zu schräg, aber eben auch nicht zu unkenntlich. Jetzt muss ich also nur noch die beiden Seiten irgendwie miteinander verbinden. Die Farbe für die Sohle wird schwarz sein, weil so hab ich ja schließlich auch die Spitze gestrickt.

Glatt rechts, kein Problem. Am Rand dann jeweils ein kleines Manöver des Zusammenstrickens und der Socken wächst. Dann endlich die Ferse.

Hierzu muss ich einfügen, dass ich beileibe kein toe-up-Stricker bin. Ganz im Gegenteil. Diese Art der Sockenkonstruktion ist für mich ein Riesenmysterium und ich brauchte also auch hierfür mehrere Anläufe (immer mit dem dazugehörigen Auftrennen), bis ich diejenige Ferse herausgefunden hatte, die für mich funktioniert. Man kann sie hier finden (in einer Neuausgabe, wie ich sehe). Bumerangferse mit verstärkten Doppelmaschen.

Dann also zum Beinteil. Kein Problem, denke ich, hab ja schon einen Plan.

Da merke ich plötzlich, dass sich die zwei Teile des Fußes - VONEINANDER LÖSEN! Wie? Keine Ahnung. Ich hab sie nach bestem Gewissen zusammengestrickt. Sogar ein bisschen dran geruckelt. Da war alles OK.

Jetzt merke ich: wenn man ein bisschen fester dran ruckelt - was später vielleicht die Waschmaschine durchaus mal machen wird - dann fliegt mir das Teil auseinander. Na toll! Also wieder aufgetrennt. Wutschnaubend natürlich.

Sohle nochmal gestrickt, neuer Versuch der Zusammenführung der beiden Teile, neue Ferse. Nochmal geruckelt - alles passt. Diese kleinen Knötchen am Rande finde ich auch gar nicht mal so schlecht.





Denn endlich der Beinteil.

Ganz zu Beginn meiner Beschäftigung mit der KAL-Idee hatte ich mir eine kleine Jacquard-Skizze gemacht. Die hab ich also drangestrickt. Ergebnis:



Ein Colourwork-Wolfskopf mit den beiden Farben des Sockens. Vorder- und Hintergrundfarbe ausgetauscht:




Das war ja wohl nichts halbes und nichts Ganzes. Sieht einfach nur drangestückelt aus. Außerdem: wenn ich den Wolfskopf am Fuß im Ajourmuster stricke, dann passt so ein Jacquardmuster gar nicht dazu. Nee.

Also noch einmal ein paar Musterbücher gewälzt und mir stattdessen ein paar Zöpfe ausgesucht, die durchaus dazupassen könnten. Losgestrickt.

Nach der Hälfte des Beines gemerkt, dass mir das Jacquardmuster doch irgendwie fehlt. Also nochmal zurück und Platz gelassen für einen aufgestickten Wolf. Das sah dann so aus:



Irgendwie schief. Irgendwie unpassend. Und angezogen sowieso greislig, wie man im Süden sagt.

Zu diesem Zeitpunkt war aber ein Socken bereits komplett fertig. Und zwar mit allen Zöpfen, mit allen Mustern:





Wir reden hier locker von ein paar Stunden (ein paar Abenden) Strickarbeit.

Aber: hilft alles nichts, sieht nicht gut aus, überzeugt mich nicht. Muss alles wieder aufgetrennt werden.

Das geht natürlich nicht sofort, dazu muss man sich erst stark genug fühlen, dass man das auch wirklich übers Herz bringt. Also hab ich den Socken erstmal hingelegt und stattdessen ein anderes Projekt begonnen.

Dann aber endlich mutig durchgeschnauft und ALLES wieder aufgetrennt. Das ist natürlich die Hölle, wenn man das Vernähen so ernst nimmt, wie das bei mir der Fall ist. Da werden nämlich nicht nur die empfohlenen paar Zentimeter vernäht, sondern lustig hin und her und kreuz und quer alles vernäht, was so da ist, bis ich auch wirklich sicher bin, das hält bis ins dritte Jahrtausend.

Beim Bündchen kam die neuerdings irgendwie flauschige Regia-Wolle dazu, in schwarz!!, da hab ich am Ende die Schere gepackt und das Bündchen einfach Masche für Masche vom gelben Socken abgeschnipselt.

Dann aber: letzter Versuch.

Meinen Socken hatte ich mittlerweile im KAL vorgestellt und wirklich guten Input bekommen. Das Jacquardmuster, so die einhellige Meinung, sollte ich nicht völlig über Bord werfen. Also hab ich wieder ein bisschen in Büchern geblättert, vor allem in diesem.

Und hatte endlich wieder eine Idee.

Den Wolfskopf hab ich nochmal überarbeitet, oben und unten eine Art Rand eingefügt (der Typ auf dem Bild lebt schließlich in einer Burg beim Sheriff von Nottingham) und endlich, endlich wurden die Socken so, dass es irgendwie passt und ich selbst auch ein gutes Gefühl hatte.

Dann schnell dem Liebsten angezogen und ein Foto gemacht:



Ergebnis nach ein paar Wochen Arbeit:

Designen ist trotz Maschenprobe und Rechnen einfach nicht immer so geradeaus, wie ich mir das in meiner Einfalt und nach Lektüre diverser Designbücher immer so vorstelle.

Das Sockengarn von Kaschka Originale ist eine Superqualität und verträgt das ewige Auftrennen und wieder Verstricken wie der Einser.

Nach dem Stricken ist vor der Anleitung. Englisch ist schon fertig, aber jetzt geht's ans Übersetzen.

Kein Wunder, dass man zwischendurch mal wieder etwas 'Schönes' stricken will. Ohne Probleme und ohne Ärger. Zum Beispiel das hier.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Kapitel 81 - und schließlich: Wo sind die Quellen?

Jetzt hatten wir also das Thema Anleitungen und das Thema Wolle. Aber woher kommt sonst der Stoff, aus dem unsere Träume sind? Aus Büchern natürlich. Und woher kommen diese Bücher?

Da hat natürlich jeder so seine Quellen. Es gibt das große Auktionshaus, bei dem sicherlich die meisten Angebote versammelt sind. Daneben hat sich ja auch der Amazonas etabliert, was Secondhand-Bücher angeht. Aber dann gibt es doch noch die eine oder andere interessante Quelle, die ich gerne hier präsentiere (im Übrigen auch für diejenigen, die ähnlich wie ich, gerne lesen).

Da wäre zum einen natürlich das mittlerweile bekanntere Booklooker. Der Vorteil von Booklooker für die Verkäufer ist, dass hier keine Einstellgebühr fällig ist - der Verkäufer legt einfach seinen Preis fest. Dann zahlt er auch weniger Provision, sodass insgesamt das Buch tendenziell günstiger angeboten werden kann (für besondere Fälle ganz interessant). Meine Erfahrung ist zudem, dass der Kontakt mit dem Verkäufer irgendwie direkter/persönlicher ist. Es ist halt kein Riesenunternehmen drumherum geschaltet. Mit Bewertungen von Käufern/Verkäufern gibt es ja auch immer mal wieder Schwierigkeiten beim großen Auktionshaus - hab ich hier aber noch nie erlebt.
Bei Booklooker hab ich vor einer Weile dieses Schnäppchen gemacht, für nur ein paar Euro. Wie man sieht, fast neuwertig, nur eine kleine umgeknickte Ecke rechts oben - da kann man echt nicht meckern.



Für wirkliche Stöberer gibt es dann noch die Seite Hood. Da findet man natürlich nicht alles, und auch insgesamt eher weniger, aber es ist doch immer mal wieder was dabei.

Was die Lese-Lektüre betrifft, so kaufe ich fast nur noch auf diesen Seiten ein, denn vor allem der große Fluss in Südamerika ist zum Fischen recht teuer geworden. Da werden oft gleichwertige Sachen auf den anderen Seiten günstiger angeboten. Und dann gebe ich gerne zu, dass es mir auch gefällt, hier einem Riesenunternehmen ein kleines Schnippchen schlagen zu können, wenn ihr versteht, was ich meine. Da wurden ja speziell vor Weihnachten wieder sehr negative Dinge über die Mitarbeiterbehandlung berichtet.

Naja, wir verstricken halt auch alle mal ganz gerne spezielle Garne von unabhängigen und kleinen Färbern/Färberinnen, obwohl wir mit der Qualität der 'großen' Garnhersteller auch oft zufrieden sind. So in etwa sehe ich das.

Natürlich ist klar, dass die diversen Verkäufer auch selbst erst einmal recherchieren, um zu überlegen, welchen Preis sie überhaupt festlegen wollen. Aber nach meiner Erfahrung ist bei weniger bekannten Seiten das gleiche Angebot oft günstiger.

Bei den Großen der Branche ist halt immer auch die Gebühr mit einzuberechnen, eh klar. Viel Spaß beim Stöbern einstweilen und nächstes Mal geht's wieder um's Stricken!


Samstag, 8. Februar 2014

Kapitel 80 - in dem es um Anleitungen geht


Nach dem Thema Wollekauf beim letzten Mal, ist eigentlich das Thema Anleitungen für diesmal durchaus naheliegend.

Überdies wurde es in der letzten Zeit tatsächlich mehrfach ausführlich diskutiert, z.B. bei Tina bezüglich der Frage: Charts oder ausformuliert sowie im Stricktagebuch bezüglich einer Häkelanleitung.

Und dabei ist es dann wie immer eigentlich: es scheiden sich die Geister.

Die einen propagieren Anleitungen, die knapp sind, bei denen man selbst mitdenken (und umrechnen) kann und die nur das Besondere eines bestimmten Kleidungsstücks sinnvoll herausstellen. Bitte keine Redundanz. Bitte nicht erklären, was selbstverständlich ist. Bitte den Stricker nicht unterfordern, denn wir sind ja schließlich nicht blöd.

Die anderen sind dankbar für ausführliche Anleitungen, die einen an die Hand nehmen. Da sind die Erklärungen völlig anderer Art: Ich kaufe mir eine Anleitung, damit ich selbst nicht rechnen muss. Ich habe dafür bezahlt, dass ich einer Anleitung blind folgen kann - nur so ist Stricken für mich entspannend. Ich möchte möglichst ohne Schiffbruch durch eine schwierige Phase geführt werden, schließlich ist es mein Hobby und nicht mein Job.

Beide Haltungen haben ihre Berechtigung, finde ich. Erneut gilt: warum sich über jemanden lustig machen, der es gern ein wenig ausführlicher hätte? Und warum einen krankhaften Ehrgeiz in einer Freizeitbeschäftigung entwickeln, die doch letztlich zum Weltfrieden beitragen soll? (Ich beziehe mich hier auf das Vorwort meiner schon häufig erwähnten Strickbibel, in dem dieser nie widerlegte Satz zu lesen ist: "Stricken beruhigt die Nerven!")

Klar ist es so, dass auch ich mir mittlerweile ein paar Fertigkeiten angeeignet habe. Mein Fersenkäppchen-Zwickelmanöver ist nach so viel Übung auch schon so ausgereift, dass ich bestimmte Anfängerfehler nicht mehr mache: gerade Maschenanzahl beim Fersenläppchen? Nee! Zusätzliche Maschen aus dem Zwischenfaden aufnehmen? Nee!

Sockenanleitungen sind für mich mittlerweile nicht mehr wortwörtlich zu nehmen, sondern können von mir mit meinen eigenen Kenntnissen kombiniert werden. Cool, oder?

Das bedeutet auch, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken, endlich dieses Langzeit- und Winterschlafprojekt aufgetrennt habe:



Das Projekt - Cookie A's Marlene-Socken - war zu dem Zeitpunkt, an dem ich es zu stricken begonnen hatte, einfach noch zu schwierig. Ich hab mich Kästchen für Kästchen durch die Strickschrift gearbeitet und hatte am Ende eines Mustersatzes einen rauchenden Kopf. Zudem gab es in der Anleitung einen Fehler kurz vor dem Fersenläppchen und ich hab zwar gemerkt, dass da ein Fehler war, konnte ihn aber selbst nicht reparieren, weil ich das Muster nicht begriffen hatte. Zu kompliziert. Zu hoch für mich. Zu wenig Erfahrung.



Vor dem Auftrennen hatte ich einen Heidenrespekt. Jetzt bin ich so weit gekommen, das darf ich einfach nicht auftrennen. Das Garn (ein Wollmeisegarn in der Farbe Dornröschen) war so wunderbar zu verstricken, das würde mir ewig leidtun.

Gleichzeitig hat sich aber nie ein Zeitpunkt ergeben, an dem ich mich in Ruhe hinsetzen konnte um mich nochmal in das Muster hineinzudenken. Wenn man vorher schon weiß, dass es nur mit viel Ruhe und rauchendem Kopf geht, dann wird die Abwehrhaltung noch viel größer. Kennt man ja von diversen anderen Tätigkeiten, wie z.B. Fotos sortieren, Steuererklärung machen oder Flickarbeit erledigen.

Dann hab ich also andere Sachen gestrickt, mehr über Socken gelesen und mir gedacht, es wäre eigentlich schade, wenn gerade dieses Garn nur an den Füßen zu sehen ist. Vor allem, weil es ein 100% Wollgarn war (von vor vielen Jahren, als die Wollmeise noch live auf den Märkten war). Dafür sollte es doch eigentlich eine schickere Verwendung geben - ein Tuch vielleicht?

Also: Nadeln raus und aufgetrennt. Damit das Garn wieder möglichst glatt wird ohne nass werden zu müssen, hab ich einen Tipp aus der Maus aufgegriffen und es um eine Flasche voll heißem Wasser gewickelt. Da kann es jetzt in Ruhe auf meinem Regal stehen und wieder glatt werden, bis mir eine Tuchanleitung gefällt.



Und die Marlene-Socken? Werden aus diesem Garn gestrickt - extra für Socken und genau so schön - Farbe India. Die Anleitung? Kapiere ich diesmal sicher, und werde ich nach meinen Vorlieben abändern. Kein Problem.

Aber was ist mit dem Rest? Die Sachen, die ich noch nicht so gut kann?

Da bin ich total froh, wenn die Anleitung mir genau erklärt, was Sache ist und mir auch ein paar Tipps und Tricks verrät. Nichts schlimmer als eine Anleitung, in der auf den Bildern deutlich zu sehen ist, dass jemand etwas anderes gemacht hat, als was im Text steht und mir damit ganz eindeutig etwas vorenthält. Darüber könnte ich mich aufregen, aber nicht zu knapp!

Ein tolles Beispiel für gute Anleitung ist dieser Blog. Vor einer Weile hab ich eine Häkeldecke begonnen und war heilfroh, hier eine wirklich tolle, anfängertaugliche und ausführliche Anleitung mit vielen Bildern zu finden, denn Häkeln ist eine Liebe auf den zweiten Blick und ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich hier schon alles wüsste. Das Gegenteil ist der Fall!

Ähnlich ist es mit dem Thema toe-up Socken. Ich stricke meine Socken ja immer nur vom Bündchen aus - hab's halt so gelernt ;-) - sodass mir das ganze System suspekt vorkommt.

Vor allem die Ferse hab ich nie kapiert. Die Spitze ist dabei das geringste Problem, aber das kann doch gar nicht klappen mit den Zwickelzunahmen. Und mit der verstärkten Ferse. Und überhaupt.

Mein Ergebnis war nach vielen Mühen (= vielmaligem Auftrennen bis zur Spitze) demnach auch so:



Der totale Schmarrn!

Dann hab ich über einen Umweg diesen Blog entdeckt und bin sehr froh gewesen, hier eine genaue Erklärung für die Ferse bei toe-up Socken zu finden. Und zwar ausführlich.

So isses eben: für jeden muss es die richtige Anleitung geben, da gibt es kein: nur so ist es richtig.

Wenn mir die Anleitung zu lang ist, dann druck ich halt weniger aus (immer an die Eisbären denken!) und wenn ich gerne längere Anleitungen hätte, dann überlege ich mir den Kauf eben (der Kenner merkt: hier geht es um deutschsprachige Strickzeitschriften).

Dann müssen wir uns auch nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen! ;-)



Freitag, 24. Januar 2014

Kapitel 79 - in dem ich mal was über das Wollekaufen sagen will

Tja, da hatte mich der Wollfrosch gerade eben davon überzeugt, dass eine Restegruppe auf Ravelry für mich gar nicht so verkehrt sei. Dann gibt es auf Ravelry tatsächlich eine große Menge an Strickern, die vorbildlich ihren Stash verstricken, statt Neues zu kaufen (z.B. in dieser Gruppe oder in dieser), und ich bin selbstverständlich auch mit einigen guten Vorsätzen in das neue Jahr gestartet - so wie die meisten von uns auch, denke ich.

Aber dann hab ich ein Geschenk gebraucht. Für eine Strickerin. Aus dem Ausland.

Tja, und da gibt es eigentlich nur eins, was man am liebsten verschenkt, nämlich die begehrte Wollmeise. Tatsächlich wohne ich auch nicht allzuweit entfernt, nur einen hübschen Ausflug mit dem Zug und einen Spaziergang zum Laden weit weg, das geht doch.

Kinder eingepackt, ab in die S-Bahn und los ging's. Den Laden wollte ich ja schon ewig besuchen, und hab mir auch immer brav die Öffnungszeiten ausgedruckt, aber jetzt hat es endlich geklappt. Was soll ich sagen? Es war herrlich. Die obligatorischen Amerikanerinnen waren schon im Laden - von denen war mir schon erzählt worden - und ansonsten sah es genau so aus wie auf dem Foto. Die Kinder waren begeistert von der Haspel und dem Heavy Duty Binder, mit denen hantiert wurde (sowie von der Schokoladenschale, die zwischen beiden Sofas aufgestellt war) und ich war natürlich im Wollhimmel.

Ich suchte nach dem Geschenk und nach einem bestimmten Grün für einen Cowl, den ich mir stricken will. Der Spiegel hängt dabei in der Nähe der Eingangstür - sehr praktisch für das Tageslicht. Da ich mir nicht sicher war, hab ich mal gefragt und wurde wirklich super beraten! Sogar zwei der anwesenden Damen haben sich um mich gekümmert, mir von einem Grün ab- und einem anderen Grün zugeraten, bis sogar schließlich die Wollmeise selbst geholfen hat und mir ein Rot verkauft hat, mit dem ich sehr glücklich bin.

Und dann dachte ich: genau so stelle ich mir das vor. Ich will ja jetzt nicht von hinten und vorne bedient werden - das Ganze hat ja auch nicht mehr als 10 Minuten gedauert: Garn hinhalten, Grimasse oder Lächeln abwarten, neues Garn hinhalten, erneut den Gesichtsausdruck interpretieren - Wolle selbst anschauen, entscheiden und fertig. Aber: ich will eigentlich schon in eine Art Gespräch kommen in einem Laden. Ich will selbst etwas vom Wollekauf haben, was über den bloßen Kauf von Wolle hinausgeht.

Wenn ich einfach Wolle brauche, dann kann ich sie ja schließlich auch online oder per Bestellschein kaufen - wenn ich aber in einen Laden gehe, dann will ich was erleben. Ich schreibe erleben (das gefährlich nach Event klingt), in Ermangelung eines besseren Wortes, aber ich will irgendwie mehr davon haben als eine schnelle Dosis Wolle.

Schließlich geht es ja auch um ein Garnbudget, mit dem man sorgsam umgehen muss und das wohlüberlegt angelegt werden will.

So gesehen ging es mir im Laden in Pfaffenhofen also sehr gut. Das Negativbeispiel hab ich aber auf einem Markt erlebt.

Da ging es eigentlich um ein tolles Projekt, nämlich regionale Schafwolle von indigenen Schafrassen. Da wollte ich gerne etwas kaufen, auch um die Idee zu unterstützen. Es gab nämlich auch umweltverträglich pflanzengefärbte Wolle, ideal für eine mollige Jacke. Ich wollte also ein bisschen plaudern (es war ja ein Markt, also ein extra Ausflug für mich), ich wollte auch etwas Beratung, wie viel Wolle man wohl braucht - das klingt vielleicht blöd, aber ich wollte als Kunde ein bisschen ernst genommen werden.
Was aber waren die Antworten?

"Waas für eine Jacke? Also das wird ja viel zu unruhig!" (Das Garn war blau/grün gefärbt)
"Also, wie viel Sie da brauchen, kann ich Ihnen nicht sagen - da war mal eine Maschenprobe, aber die Leute nehmen halt alles mit!"

Als ich gerade sagen wollte, wie viel ich gerne kaufen würde, hieß es:
"Sie können ja mit meiner Tochter reden, ich muss jetzt auf Toilette." (Die Tochter war 12).

Neee, so nicht! Ich bin dann gegangen und habe nichts gekauft. Dann trage ich mein sauer verdientes Geld eben woanders hin. Schade auch um die Schafbauern, dachte ich, denn deren Produkte haben sie an diesem Tag an mich nicht verkaufen können. Die Bestellung im Internet ist zwar möglich, aber deutlich teurer und außerdem - siehe oben - fehlt mir da was.

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass eine solche Art der Kundenbehandlung der Vergangenheit angehört, eigentlich klingt das doch wie eine Geschichte aus der Zeit der exklusiven Wollboutiquenbesitzer, von denen schon die Fadenwerkerin in ihrer Antwort auf die Wollschaf-Frage geschrieben hat, aber da hab ich mich wohl leider getäuscht.

Es kann natürlich auch sein, dass hier jemand einen schlechten Tag hatte - den ganzen Tag auf einem Markt zu stehen, ist sicherlich nicht leicht - aber das war mir einfach zu viel. Wirklich schade. Normalerweise macht der Wollkauf ja "draußen in der Welt" sozusagen doppelt so viel Spaß.

Womit wir wieder bei meinem ersten Ausflug wären. Denn natürlich will ich euch nicht vorenthalten, was ich dort erstanden habe. Dreimal DK und viermal Sockenwolle:





Die drei ersten sind für Cowl und Fäustlinge, die mittleren für die Damen und die ganz unten sind hübsche Nobody-is-perfect-Stränge, die einfach so mitgekommen sind.

Und klar, damit ist das Garnbudget total explodiert, aber wenn mich einer jetzt für verrückt erklärt, der soll sich mal in Ruhe durch diesen Thread klicken - viel Spaß!





Donnerstag, 9. Januar 2014

Kapitel 78 - in dem ich meinem Schicksal ins Auge blicke

Jetzt blogge ich hier seit einem guten Jahr und was muss ich bei dieser öffentlichen Selbstbeobachtung feststellen? Dass es kein Entrinnen gibt.
Ich bin und bleibe ein Sockenstricker. Ein so genannter Kleinteilestricker, der seine aktuellen Sockenprojekte überall hin mitnimmt und brav die Anzahl der gestrickten Socken pro Jahr vermerkt (2013: immerhin 18 Paare) und der im Kopf schon ständig die neuen Monatsherausforderungen plant. Januar: Lacemuster - das werden also endlich die dringend benötigten Dirndlsocken in Blütenweiß für die Damen des Hauses. Garn und Muster liegen schon eingetütet im Strickkorb bereit!

Dabei kann ich die Kritiker manchmal durchaus verstehen (langweilig!!! -> langweiliger Aufbau, langweilige Farben, langweilige Strickerei)

Aber irgendwie kommt mir das selbst gar nicht so vor. Das Bündchen - da kann man immer mal wieder was anderes ausprobieren, außerdem findet man damit heraus, wie sich denn das gute Garn strickt. Und die paar Runden im langweiligen Rippenmuster? Die kann jeder überstehen.

Der Schaft - super geeignet um zu sehen, wie ein Muster wirkt, wenn es in der Runde gestrickt wird. Wie eine Maschenprobe, die aber gleich auch etwas 'Richtiges' ist.

Gerade wenn man das Muster dann ganz gut drauf hat und es ein wenig langweilig zu werden droht: die Ferse, die ersehnte Ablenkung.

Darüber hinaus ist sie auch ein kleines Wunder, weil man hier einfach so stricktechnisch um die Ecke saust und dann in einer ganz anderen Richtung weiterstrickt. Großartig.

Dann die Abnahmen für den Zwickel, die einen schon relativ weit voranbringen und die schnelleren Fußrunden, weil ja die Hälfte schon glatt rechts genadelt werden kann. Spitze und Maschenstich, fertig!

Da kommen Prozess- und Projektstricker auf ihre Kosten und sehen das Ende schnell genug nahen, ohne dass sich die Arbeit in ein endloses UFO verwandeln muss.

Und überdies: mit Socken kann man sogar die Garnreste aufbrauchen, die ich auch - wie bereits erwähnt - einfach nicht so leicht wegwerfen kann.

Ich präsentiere also meine neuesten Garnresteverwertungssocken:



Es hat ein bisschen gedauert, bis ich das Muster locker stricken konnte und vor allem bis ich die Enden alle vernäht hatte, aber es hat sich gelohnt. Diese Socken sind wie ein kleines Erinnerungsbüchlein für alle Socken, die ich schon gestrickt habe. Das matte Grün? Socken für meinen Mann.
Das Hellgrün? Hab ich in einem Babypulli für eine der Damen verstrickt.
Das Türkis? Seufz. Die Babydecke.

Die Socken machen wirklich Spaß.

So viel Spaß, dass ich sie gleich nochmal angeschlagen habe, weil die Mädels sich zurecht beschwert haben, dass sie auch mal endlich Socken wollen, "nicht nur immer du, Mama!" Wo sie recht haben, haben sie recht.

Es folgen also Resteverwertungssocken für warme Mädelfüße:

 Lila hatte ich noch eine Menge übrig von meinen Spiralsocken im letzten Jahr, und der Wechsel von blau/grün/türkis zu dem Hundertwasser-orange-Garn stört keinen großen Geist, finde ich.

Das zweite Paar wird rot-grün. Gefällt mir auch (und der fraglichen Dame, denn sie hat es nach genussvollem Wühlen in der Restebox selbst ausgesucht). Was will man mehr?